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Zwei Jahre auf Bewährung für Erpresser von dm

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20.01.2012

Urteil Zwei Jahre auf Bewährung für Erpresser von dm

26-Jähriger drohte mit Spreng- und Giftanschlägen – Angeklagter leidet unter psychischen Problemen.

Karlsruhe – Der Erpresser der Drogeriemarktkette dm muss vorerst nicht ins Gefängnis. Das Landgericht Karlsruhe verurteilte den 26-Jährigen am Freitag zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung wegen Vortäuschung von Straftaten und Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz. Den Straftatbestand der räuberischen Erpressung sah die Kammer “trotz der enormen Drohung” nicht als erfüllt an. Der Angeklagte muss sich außerdem einer ambulanten psychiatrischen Behandlung unterziehen.

Der junge Mann hatte der Drogeriekette 2010 über Monate mit Sprengstoff- und Giftanschlägen gedroht. Er wurde festgenommen, nachdem er einen Anschlag auf das Dortmunder Stadion angekündigt hatte.

Der ehemalige Chemiestudent hatte die Vorwürfe während der Verhandlung eingeräumt. Nach Auffassung des Gerichts ging es dem Angeklagten bei seinen Taten im Jahr 2010 nicht um seine persönliche Bereicherung. Vielmehr seien seelische Probleme ausschlaggebend für sein Handeln gewesen. Ihm sei es lediglich darauf angekommen, von anderen Personen “wahr- und ernstgenommen zu werden”.

Mit dem Urteil folgte das Gericht dem Antrag der Verteidigung. Die Staatsanwaltschaft hatte für den jungen Mann eine Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren gefordert. Die Verteidigung plädierte auf eine Bewährungsstrafe, da der Angeklagte unter psychischen Problemen leide und zudem geständig sei.

Der Mann war im März 2011 in Dortmund festgenommen worden. Er soll das Bundeskriminalamt schriftlich vor einem von ihm vorbereiteten Anschlag auf das Dortmunder Stadion gewarnt haben. Bei einem sprachlichen Abgleich der Schreiben stießen die Ermittler dann auf den mutmaßlichen Erpresser von Karlsruhe.

Für die Ablage von drei Bombenattrappen in der Nähe des Dortmunder Fußballstadions wurde der Angeklagte von den Karlsruher Richtern wegen Vortäuschens einer Straftat in Tateinheit mit einem Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz verurteilt. Laut Gericht waren die Bomben, wie vom Angeklagten vorgesehen, von Anfang an nicht funktionsfähig.

Die Anklage prüft nach eigenen Angaben, in die Revision zu gehen. “Wir halten es rechtlich für problematisch, dass der Angeklagte angeblich kein Geld wollte”, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Der junge Mann hatte in teils abstrusen Schreiben Beträge zwischen 50.000 Euro und fünf Millionen gefordert. Er verlangte unter anderem, dass ein Koffer mit Goldmünzen in der Nord- oder Ostsee versenkt und ihm die GPS-Koordinaten genannt werden.

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