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Gartenarbeiter auf einem Blumenbeet

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12.01.2013

Bundesagentur für Arbeit Zuviele Jobs in der Zeitarbeit vermittelt

Zusammenarbeit mit Zeitarbeitsunternehmen „Fehlentwicklung“.

Nürnberg – In der Bundesagentur für Arbeit (BA) ist die Kooperation mit der Zeitarbeit in die Kritik geraten – und wird nun überprüft. Das berichtet die Tageszeitung „Die Welt“. In einem Diskussionspapier namens „Perspektive Qualität“ kritisiere der Vorsitzende des BA-Hauptpersonalrats, Eberhard Einsiedler, dass Vermittlungsvorschläge und Stellenvermittlungen vor allem auf das Konto der Zeitarbeit gingen.

Zwischen 2007 und 2011 habe sich der Anteil der Vermittlungen in Zeitarbeit massiv erhöht: Während er 2007 noch halb so hoch wie bei der regulären Arbeit war, hätten sich die Werte bis heute angeglichen. Im Boomjahr 2010 haben sie demnach sogar über demjenigen der „regulären“ Arbeit gelegen. 2007 habe es auf einen Vermittlungsvorschlag in Leiharbeit 3,1 Vorschläge in reguläre Arbeit gegeben, 2011 habe das Verhältnis bei 1 zu 1,7 gelegen, steht in dem Papier.

Die Bundesagentur für Arbeit bestätigte diese Zahlen im Kern. „Die Tendenz ist richtig“ sagte eine Sprecherin. Bundesagentur-Chef Frank-Jürgen Weise sieht die Zusammenarbeit mit den Zeitarbeitsunternehmen nun als eine „Fehlentwicklung“, die es zu korrigieren gilt: „Der Arbeitsmarkt hat sich in den letzten Jahren geändert. Der Vorstand der BA hat deshalb die sogenannte Perspektive 2020 erarbeitet. In diesem Positionspapier werden auch Fehlentwicklungen der letzten Jahre aufgriffen, die der Vorsitzende des Hauptpersonalrates anspricht. Der Vorstand wird gemeinsam mit Führungskräften, Mitarbeitern und der Personalvertretung die weitere Entwicklung der Organisation beraten“, sagte er der „Welt“.

Weg von einer Erfolgsbetrachtung

Hintergrund ist, dass die Arbeitsagenturen und Jobcenter besonders große Anreize haben, in Zeitarbeit zu vermitteln. Die „Integration“ – so wird die Vermittlung in einen Job für mindestens sieben Tage genannt – eines Arbeitslosen in die Zeitarbeit zählt genauso als Erfolg wie die direkte Vermittlung in ein Unternehmen.

Der Erfolg der einzelnen Agenturen wird auch an der Anzahl der Integrationen gemessen. Da eine Vermittlung in Zeitarbeit einfacher ist und die Zeitarbeitsunternehmen besonders viele Stellenvorschläge übermitteln, gibt es in dem Bereich eine besonders große Dynamik. Zehn Agenturen gelangen laut BA-Informationen sogar zwischen 60 und 69 Prozent ihrer Besetzungserfolge über die Zeitarbeit.

„Wir wollen weg von einer Erfolgsbetrachtung, die vor allem Zahlen im Blick hat. Wir wollen uns stärker an Qualität und am nachhaltigen Kundennutzen orientieren“, schreibt Einsiedler in seinem Papier. Auch der deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ist dieser Meinung: „Es muss mehr auf die Qualität und die Nachhaltigkeit der Vermittlung geachtet werden“, sagte auch BA-Verwaltungsrat Wilhelm Adamy.

Die vielen Vermittlungen in Zeitarbeit trügen auch zu einem hohen Personalaufwand bei: Rund die Hälfte der Beschäftigungsverhältnisse in Leiharbeit enden nach weniger als drei Monaten. Dann kommen die Arbeitslosen wieder in die Agentur – und beschäftigen die Vermittler.

Perspektive 2020

BA-Vorstand Frank-Jürgen Weise hat das Thema in seinem Positionspapier „Perspektive 2020“, nun explizit aufgegriffen – er will die Vermittlungsanreize reformieren: „Eine Erfolgsmessung muss neben den betriebswirtschaftlichen auch volkswirtschaftliche Komponenten (…) und den Aspekt der Nachhaltigkeit sowie des präventiven Handelns erfassen“, heißt es da.

Eine Sprecherin ergänzte, das könne heißen, dass eine Integration in Zeitarbeit anders gewichtet würde als eine Vermittlung direkt in einen Betrieb. Die Zeitarbeit würde in Folge für Vermittler weniger attraktiv.

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