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„Zum Wegschmeißen war es zu schade

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03.02.2012

Kunstsammlungen Dresden „Zum Wegschmeißen war es zu schade“

Neue Dresdner Ausstellung zeigt Werke von Gerhard Richter – Künstler wird 80 Jahre alt.

Dresden – Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) zeigen ab Samstag (4. Februar, 10.00 Uhr) mehr als 15.000 Fotos, Skizzen und Entwürfe des Künstlers Gerhard Richter. Anlass ist der 80. Geburtstag des am 9. Februar 1932 in Dresden zur Welt gekommenen Malers. Die Atelierarbeiten zeigten das Schaffen des Künstlers seit den frühen 1960er Jahren, sagte der kommissarische Generaldirektor der SKD, Dirk Syndram, am Freitag vor Journalisten. Sie böten “einen einmaligen Einblick in den Ideenkosmos des Künstlers”.

Der ebenfalls anwesende Richter gab sich bescheiden und mischte in seine Antworten oft einen ironischen Unterton: “Zum Wegschmeißen war es zu schade, zum Verkaufen nicht gut genug”, sagte Richter zum ausgestellten Bildmaterial. Der nun im Lipsiusbau zu sehende “Atlas” sei eine Grundlage, um “in das Chaos Ordnung zu bringen”. Er zeige das künstlerische Material aus den vergangenen 50 Jahren erstmals in einer Stadt, die ihn geprägt habe.

1951 hatte Richter ein mehrjähriges Studium an der Dresdner Kunstakademie angetreten und stellte in den darauf folgenden Jahren erste Bilder aus. Zehn Jahre später floh er über West-Berlin in die Bundesrepublik.

Der Maler gilt als einer der erfolgreichsten und einflussreichsten zeitgenössischen deutschen Künstler. Bei internationalen Auktionen erzielt er Rekordpreise im zweistelligen Millionenbereich. Die Neue Nationalgalerie in Berlin zeigt ab 12. Februar die Retrospektive “Panorama” mit rund 140 Gemälden. Das Berliner Ausstellungshaus me Collectors Room präsentiert parallel “Gerhard Richter – Editionen 1965-2011″ unter anderem mit Druckgrafiken, Künstlerbüchern und Künstlerplakaten.

Mit der Ausstellung in der Nationalgalerie gebe es keine Überschneidungen, betonte Dietmar Elger, Leiter des 2006 gegründeten Archivs. “Nichts, was sie hier sehen, können Sie in Berlin sehen”, fügte er hinzu.

Für die Ausstellung in der sächsischen Landeshauptstadt arbeitete das Gerhard Richter Archiv der SKD mit dem Münchner Lenbachhaus zusammen, dem der “Atlas” gehört. Der Direktor der städtischen Galerie im Lenbachhaus, Helmut Friedel, sagte, der “Atlas” zeige auch sehr private Fotografien Richters. Dort präsentiere sich der Künstler mit seinen Werken dem Betrachter regelrecht schutzlos. Zu sehen ist die Ausstellung in Dresden bis zum 22. April.

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