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Zu einem Ort der Herzenswärme geworden

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24.02.2012

Weißenfels Zu einem Ort der Herzenswärme geworden

Hunderte Menschen gedenken des ertrunkenen fünfjährigen Mächens.

Weißenfels – Zwei Fotos von Georgina und Joshua stehen auf den Stufen zum Altar in der Weißenfelser Kirche St. Marien – eingerahmt von unzähligen Kerzen. Trauernde Menschen haben weiße und rote Rosen abgelegt, dazwischen kleine Plüschtiere, Zettel mit Gedichten und von Kindern gemalte Bilder. Mehrere Hundert Menschen gedenken am Freitagnachmittag bei einem Gottesdienst des ertrunkenen Mädchens und ihres noch immer vermissten Bruders.

Pfarrer Martin Schmelzer spricht von einer Tragödie, die vor einer Woche mit dem Tod der Fünfjährigen und dem Verschwinden ihres ein Jahr älteren Bruders über die Stadt in Sachsen-Anhalt hereingebrochen sei. Die Tragödie habe eine Welle des Mitleids und der Solidarität ausgelöst, sagt der Geistliche. „Weißenfels ist zu einem Ort der Herzenswärme geworden“. Das sei in der heutigen Zeit leider nicht immer selbstverständlich, fügt er hinzu.

In der Marienkirche haben sich wie am vergangenen Sonntag Einwohner, Helfer und Retter versammelt. Viele junge Mütter sind mit ihren Kindern in die Kirche gekommen und wollen so Anteil am Schicksal der Familie nehmen und ihr Trost spenden.

Die Geschwisterkinder waren am Samstag vor einer Woche nicht nach Hause zurückkehrt. Wenige Stunden später wurde der Leichnam des fünfjährigen Mädchens aus der Saale geborgen. Von ihrem Bruder fehlt trotz intensiver Suche weiter jede Spur.

Trotz der langen Zeit, die seit dem Verschwinden des Jungen vergangen ist, hat Pfarrer Schmelzer die Hoffnung nicht verloren, dass das Kind noch lebend gefunden wird. Auch die Mutter glaube fest daran, dass der Sechsjährige noch lebe.

Der Oberbürgermeister der 41.000 Einwohner zählenden Stadt, Robby Risch (parteilos) erinnert daran, dass die Mutter ihre beiden Kinder noch vor einer Woche wie an jedem anderen Wochentag in den Kindergarten und in die Schule brachte. „Heute ist alles anders“, sagt Risch und fügt hinzu: „Jedem, der eigene Kinder oder der ein Herz für Kinder hat, tut es weh, sich diese Situation vorzustellen.“ Er bezeichnet die Frau als fürsorgliche Mutter, die jetzt alle Kraft brauche, ihren anderen Kindern den Weg in Leben zu bereiten.

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