Nachrichten und Schlagzeilen aus aller Welt - Wirtschaft - newsburger.de

EU-Fahnen

© über dts Nachrichtenagentur

28.07.2015

ZEW Ökonomen für europäische Arbeitslosenversicherung

„Das institutionelle Gefüge des Euro-Raums muss überholt werden.“

Berlin – Als Lehre aus der Griechenland-Krise schlägt das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) vor, die Eurozone zu einer Fiskalunion umzubauen: In einer aktuellen Analyse, aus der das „Handelsblatt“ (Dienstagsausgabe) zitiert, plädieren die ZEW-Ökonomen für die Einführung einer europäischen Arbeitslosenversicherung und einer Insolvenzordnung für Euro-Staaten.

„Das institutionelle Gefüge des Euro-Raums muss überholt werden“, sagte ZEW-Forscher Friedrich Heinemann. Er hat den Entwurf zusammen mit ZEW-Präsident Clemens Fuest und weiteren Ökonomen ausgearbeitet.

Die Autoren schlagen eine gemeinsame Arbeitslosenversicherung vor: Sie soll helfen, „asymmetrische Konjunkturschocks abzufedern“. Solche Transfers in Krisenländer soll es aber nur bei sehr schweren Rezessionen geben und nur für die Dauer von maximal zwölf Monaten. Zudem müssten die Empfängerländer die Unterstützungsleistungen zur Hälfte mitfinanzieren. „Auf diese Weise minimieren wir die Gefahr, dass es zu einer dauerhaften Transferunion kommt“, betonte Heinemann. Das Budget der Versicherung könnte sich nach einer Modellrechnung auf rund 50 Milliarden Euro jährlich belaufen.

Das ZEW will die Fiskalunion zudem durch eine Insolvenzordnung für die Euro-Länder komplementieren. Bevor es jedoch zu einer Umschuldung im Rahmen eines Staatskonkurses kommen kann, müssten die betroffenen Länder ein dreijähriges Hilfsprogramm des Euro-Rettungsschirms ESM durchlaufen. Dadurch soll sichergestellt werden, dass es Hilfen nur gegen Reformen und Konsolidierung geben kann.

Erst wenn sich die Lage durch die Hilfskredite nicht bessert, kommt es nach dem ZWE-Konzept zu Gesprächen mit den Gläubigern über eine Umschuldung. „Während der Verhandlungen sollte ein Schuldenmoratorium greifen“, schreiben die Wissenschaftler.

Weitere interessante Artikel

Unterstützen durch teilen: Sie können unsere Arbeit ganz einfach unterstützen indem Sie diesen Artikel auf einer der folgenden Social Media Plattformen teilen. Jeder geteilte Artikel hilft uns. Dankeschön!
Google+ Xing

© dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

URL zum Artikel: newsburger.de/zew-oekonomen-fuer-europaeische-arbeitslosenversicherung-86661.html

Weitere Nachrichten

Bauarbeiter

© über dts Nachrichtenagentur

DGUV Immer mehr Todesfälle durch Berufskrankheiten

Die Zahl der Todesfälle durch Berufskrankheiten ist gestiegen. 2016 starben nach Angaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) 2.451 ...

Computer-Nutzerin

© über dts Nachrichtenagentur

Umfrage Mehr sexuelle Belästigung bei „Start-ups“

Mitarbeiterinnen von sogenannten "Start-ups" werden angeblich mehr als doppelt so oft sexuell belästigt wie ihre Kolleginnen in etablierten Unternehmen. ...

Bundesagentur für Arbeit

© über dts Nachrichtenagentur

Bericht Rücklagen der BA werden sich bis 2021 mehr als verdoppeln

Dank guter Konjunktur und Rekordbeschäftigung nimmt die Bundesagentur für Arbeit (BA) immer mehr Geld ein: Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtet, ...

Weitere Schlagzeilen