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Kriegsverbrechen Zeuge im Demjanjuk-Prozess vor Anklage

Vorermittlungsverfahren gegen Alex N. abgeschlossen.

Ludwigsburg – Nach John Demjanjuk und Samuel Kunz droht binnen wenigen Monaten einem dritten mutmaßlichen SS-Lageraufseher die Anklage. Das berichtet der „Spiegel“. Die Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg hat das Vorermittlungsverfahren gegen Alex N. abgeschlossen. Sie leitet ihren Abschlussbericht an die Staatsanwaltschaft München weiter, die bereits selbst ermittelt hat und über eine Anklage entscheidet.

Eine Richterin der Zentralstelle hatte ein halbes Jahr lang zu N. recherchiert, unter anderem in US-Archiven. Ludwigsburg wirft N. vor, an der Erschießung von jüdischen Häftlingen im Zwangsarbeitslager Treblinka I beteiligt gewesen zu sein. Das hatten andere ehemalige Wachmänner bei Vernehmungen in der Sowjetunion angegeben. N. habe sich außerdem selbst damit gebrüstet, Juden erschossen zu haben.

Der Mann, 1917 in der Ukraine geboren, soll von der SS wie Demjanjuk und Kunz im Lager Trawniki bei Lublin zum Mordgehilfen ausgebildet worden sein und dort die Dienstnummer 477 getragen haben. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs lebt N. in Landshut, er wurde 1991 eingebürgert. Im Februar hatte er als Zeuge im Demjanjuk-Prozess ausgesagt.

07.08.2010 © dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

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