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Apple-Logo auf einem Computer

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22.02.2015

Autogeschäft Zetsche sieht möglichen Einstieg von Apple gelassen

„Ob es da nun eine mehr oder weniger gibt, ist irrelevant.“

Berlin – Daimler-Chef Dieter Zetsche reagiert gelassen auf Spekulationen über einen Einstieg des Technologie-Giganten Apple in das Automobilgeschäft.

„Weltweit gibt es über hundert Automarken, einige stehen mit uns in direktem Wettbewerb, andere weniger“, sagte er der „Welt am Sonntag“. „Ob es da nun eine mehr oder weniger gibt, ist irrelevant. Wir gehen unseren Weg.“ Wenn Apple ins Geschäft mit Autos einsteigen wolle, „was ich nicht weiß, würde ich viel Erfolg wünschen und den neuen Wettbewerber begrüßen“.

Seit mehreren Tagen wird darüber spekuliert, dass Apple zum Autobauer werden und ein iCar produzieren könnte. Das müsste der US-Konzern, der über Geldreserven von 178 Milliarden Dollar verfügt, nicht selbst tun: Apple könnte auch einen Autobauer kaufen oder Modelle bei Auftragsfertigern vom Band laufen lassen, schreibt die Zeitung.

„Wir haben Respekt vor jedem ernstzunehmenden Wettbewerber“, sagte Zetsche. „Und wenn das eine Firma ist, die einen wirtschaftlich starken Hintergrund hat, ist das zweifellos eine potenzielle Stärke eines Wettbewerbers. Aber wir haben lange Erfahrung im Automobilbau, wir haben das Auto erfunden. Und Erfahrung ist in einem so komplexen Geschäft wie dem Automobilbau mit entscheidend. Wer dort neu einsteigt, hat die nicht.“

Fachleute können die Gelassenheit des Daimler-Chefs nicht uneingeschränkt teilen. „Wir stehen vor einem grundlegenden Wandel der Mobilität. Und es waren schon oft Angreifer von außen, die eine Branche umgekrempelt haben“, so Autoexperte Stefan Bratzel. „Es steht keineswegs fest, ob am Ende die etablierten Autohersteller oder branchenfremde Konzerne, die neu in das Geschäft drängen, das Rennen um die künftigen Mobilitätsangebote machen“, sagte er weiter.

„Ich denke, wir werden uns in zehn oder 15 Jahren nicht mehr einfach in unsere Autos setzen, sondern vielfach mittels Mobilitätskarten unterwegs sein. Per Smartphone werden wir Autos bestellen, fahren, und am Ende wird abgebucht“, prognostiziert Bratzel.

„Der Besitz des Wagens wird nicht mehr die entscheidende Rolle spielen.“ Diese Entwicklung werde das Geschäftsmodell der Hersteller von Grund auf verändern. „Und es wird entscheidend sein, wer diese neuen Mobilitätsketten im Griff hat“, so Bratzel.

Zetsche lässt sich von derlei Prognosen nicht aus der Ruhe bringen: „Wenn wir morgen ankündigten, dass Daimler künftig Smartphones baut, würde das Apple nicht beunruhigen oder aus der Bahn werfen. Und das gilt auch für uns.“

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