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Zetsche setzt auf jüngere Käufer und neue Märkte

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04.04.2012

Daimler Zetsche setzt auf jüngere Käufer und neue Märkte

Führungsanspruch bis 2020 erneuert – Rekord-Start in das Jahr 2012.

Berlin – Mehr Autos, mehr junge Käufer und mehr Märkte – Daimler erneuerte auf der Hauptversammlung in Berlin seinen Führungsanspruch. „Wo wir nicht die Nummer eins sind, wollen wir es werden“, sagte der Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche am Mittwoch. 2012 erwartet der Konzern Bestwerte bei Absatz und Umsatz, nimmt allerdings ein stagnierendes Ergebnis in Kauf. Bis 2020 will Daimler unter allen Premiumherstellern die meisten Autos verkaufen. Derzeit fahren die Stuttgarter der Konkurrenz nur hinterher.

Angesichts eines Rekordquartals bei Mercedes-Benz sieht der Daimler-Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche sein Unternehmen „auf dem Weg zur Bestform“. „Wir trauen uns noch mehr zu, das gilt auch für den Aktienkurs“, sagte Zetsche. Von Januar bis März stieg der Absatz von Mercedes Benz Cars im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12 Prozent auf mehr als 340.000 Fahrzeuge. So gut war die Autosparte noch nie in ein Jahr gestartet.

Ähnlich gut stellte sich die Entwicklung bei den Lkw dar. In den ersten drei Monaten konnte Daimler nach vorläufigen Zahlen weltweit 107.000 Fahrzeuge verkaufen, das waren 20 Prozent mehr als im Vorjahr.

Um 2020 die Spitze zu erobern, setzt Daimler in der Autosparte auf eine Produktoffensive. Bis 2015 führt Mercedes-Benz zehn neue Modelle ein. Wichtige Neuzugänge sind die neue B-Klasse, die seit November 2011 erhältlich ist und die neue A-Klasse, die vor einem Monat in Genf vorgestellt wurde. „Unsere Offensive bei den Kompakten nimmt also Fahrt auf – und wir werden die Drehzahl noch deutlich steigern“, sagte Zetsche.

Besonders wichtig für den Konzern dabei ist, dass Mercedes-Benz den anderen Marken Kunden wegnehmen konnte. Laut Zetsche hatte ein Drittel der B-Klasse-Käufer vorher ein Wettbewerbsfahrzeug. Mit der A-Klasse strebt Zetsche eine „Eroberungsrate“ von 50 Prozent an. Auch das Alter der Käufer soll gesenkt werden. „Deshalb ist ihr Design jünger und sportlicher“, sagte Zetsche im Hinblick auf die A-Klasse.

Zudem drängt Daimler auf neue Märkte. In China soll bereits 2013 ein Elektrofahrzeug namens Denza auf den Markt. In Peking wird zudem das erste Motorenwerk außerhalb Deutschlands errichtet. Interessiert blickt Daimler auch auf Indien. Das Land werde bis 2020 vermutlich zum drittgrößten Automarkt der Welt aufsteigen, sagte Zetsche. „Wir prüfen deshalb genau, welche weiteren Produkte wir nach S-, E-, und C-Klasse in Indien verkaufen und produzieren werden.“ Die ersten Lkw der Marke BharatBenz für den Markt wurden vor wenigen Wochen bereits vorgestellt.

Mit der Offensive reagiert Daimler auf die Konkurrenz von BMW und Audi. Der Konzern hatte im vergangenen Jahr zwar Rekord um Rekord eingefahren. Von den beiden Wettbewerbern sahen die Stuttgarter aber nur die Rücklichter.

Der Gewinn lag bei einem Bestwert von 6,0 Milliarden Euro, der Umsatz bei 106,5 Milliarden Euro. Dafür sollen die Aktionäre 2,20 Euro pro Aktie erhalten, das sind 35 Cent mehr als im Vorjahr. Doch BMW und Audi setzten mehr Autos ab als Mercedes-Benz. Zudem waren die beiden anderen Premiummarken profitabler.

Teil der Konzernstrategie ist zudem sich von Beteiligungen zu trennen, die nichts mit dem Kerngeschäft zu tun haben. Der Verkauf der Anteile am europäischen Luftfahrtkonzern EADS an die staatliche Förderbank KfW liegt offenbar im Zeitplan. „Aus heutiger Sicht gehen wir davon aus, dass wir in der zweiten Hälfte dieses Jahres 7,5 Prozent unserer Anteile an die KfW Bankengruppe veräußern werden“, sagte Zetsche.

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