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Beschneidung nach jüdischem Brauch

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09.09.2012

Beschneidung Zentralratspräsident nennt Debatte „unerträglich“

Auch Guido Westerwelle verurteilte die Diskussion.

Berlin – Der Präsident des Zentralrats der Juden, Dieter Graumann, zeigt Verständnis für die Aussage seiner Vorgängerin Charlotte Knobloch, sie spüre Resignation und sehe durch die Beschneidungsdebatte erstmals seit 1945 die jüdische Existenz in Deutschland infrage gestellt. „Ich kann ihre Gefühle sehr gut verstehen“, sagte Graumann dem Nachrichtenmagazin „Focus“. „Auch ich empfinde es als unerträglich, dass man uns Juden als Kinderquäler abstempelt und jüdisches Leben als ein Stück illegitim dargestellt wird.“

Nirgendwo auf der Welt, so der Präsident des Zentralrats, werde von Beschneidungskritikern mit dieser „schneidenden Schärfe, unerbitterlichen Härte und diesem rüden Anklageton“ argumentiert wie in Deutschland. Graumann betonte: „Unsere neue positive Zukunft in Deutschland werden wir uns nicht nehmen lassen – im Gegenteil, wir werden sie jetzt umso stärker und leidenschaftlicher ausbauen.“

Auch Außenminister Guido Westerwelle (FDP), der am vergangenen Wochenende in Israel und Jordanien war, verurteilte die Diskussion. „Ich mache mir große Sorgen um diese Debatte. Sie wird außerhalb unseres Landes in gar keiner Weise verstanden.“ Es sei wichtig, dass klar gestellt werde, dass in Deutschland religiöse Traditionen geschützt bleiben. „Es ist schlechterdings unvorstellbar, dass jüdische Familien in Deutschland ihre Jungen nicht mehr beschneiden dürfen“, sagte Westerwelle „Focus“.

„Ich vermisse bei manchen Deutschen in der Beschneidungsdebatte das nötige Fingerspitzengefühl“, sagte der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Reinhold Robbe, „Focus“. Es werde mitunter einfach drauflos geplappert, ohne dass der historische und religiöse Kontext einbezogen werde.

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