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Zeitung: Siemens beginnt mit Bau der umstrittenen Eurostar-Züge

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01.07.2011

Eurostar Zeitung: Siemens beginnt mit Bau der umstrittenen Eurostar-Züge

München – Nach monatelangen Auseinandersetzungen um einen Großauftrag für den Betreiber Eurostar beginnt der Münchner Elektrokonzern Siemens mit dem Bau der bestellten Hochgeschwindigkeitszüge. Schon in den kommenden Wochen will Siemens im Werk in Krefeld mit dem Rohbau für die Züge starten, die später durch den Tunnel unter dem Ärmelkanal fahren sollen, erfuhr die Tageszeitung „Die Welt“ aus Unternehmenskreisen. „Die Arbeiten schreiten zügig voran, derzeit stehen die letzten Schritte vor dem Fertigungsstart an“, hieß es im Konzern. Bereits Anfang 2012 soll dann mit der Montage der insgesamt zehn Züge begonnen werden.

Siemens schafft damit in einer langwierigen Auseinandersetzung um einen Auftrag über rund 600 Millionen Euro Tatsachen. Eine Auslieferung der zehn Züge des Typs Velaro, die auf dem ICE-3 basieren, soll 2014 erfolgen. Der Auftrag hatte für Furore gesorgt, da Siemens erstmals bei Eurostar, einem Konsortium, an dem die französische Staatsbahn SNCF die Mehrheit hält, den französischen Konkurrenten Alstom ausgestochen hatte. Der Fall beschäftigte auch Politiker in Berlin und Paris.

Noch ist eine Klage von Alstom vor einem Londoner Gericht gegen Eurostar anhängig, in der es um die Rechtmäßigkeit der Ausschreibung geht. Ein Beschluss der britisch-französischen Tunnelaufsicht IGC erleichterte Siemens die Entscheidung über den Produktionsstart. Die IGC stellte kürzlich fest, dass eine bestimmte technische Ausstattung der Siemens-Züge für die Benutzung des Tunnels unter dem Ärmelkanal grundsätzlich zulässig ist: die verteilte Traktion.

Der Zug wird nicht von einem Treibwagen vorne oder hinten am Zug angetrieben, sondern von Motoren, die sich über die gesamte Zuglänge verteilt auf Höhe der Achsen befinden. Sofern alle anderen Sicherheitsanforderungen erfüllt sind, dürfen laut IGC die Siemens-Züge durch den Tunnel fahren.

Die Siemens-Züge müssen Siemens zufolge noch in Frankreich und Großbritannien zugelassen werden. Danach ist wieder die IGC zuständig, die die Tunneldurchfahrt schließlich erlauben muss. Wie „Die Welt“ aus Unternehmenskreisen erfuhr, rechnet Siemens mit einer Testphase bis zur Zulassung von rund einem Jahr.

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