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17.08.2011

Zeitung: „E-Bilanz“ möglicherweise teurer als geplant

Berlin – Die Einführung der sogenannten „E-Bilanz“ könnte nach Informationen der „Welt Kompakt“ weitaus höhere Kosten verursachen als bislang veranschlagt. Unternehmerverbände sprechen schon von einem Milliardengrab.

„Die E-Bilanz war ursprünglich als Steuervereinfachung geplant. Jetzt sind Umstellungskosten und administrative Belastung für die Unternehmen in Milliardenhöhe zu befürchten, weil die Finanzverwaltung viel mehr will als nur eine einfache elektronische Übersendung der Steuerbilanz“, sagte ein Sprecher des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) gegenüber der Zeitung.

Auch der Präsident der Bundessteuerberaterkammer, Horst Vinken, hat Bedenken: „Die in der E-Bilanz geforderten Daten gehen über die bisher einzureichenden Unterlagen hinaus. Die Einführung der E-Bilanz führt nicht zu einem Bürokratieabbau. Nach der Pilotphase hoffen wir, dass die E-Bilanz kein zweites ELENA wird.“

Das Projekt im Rahmen des Steuerbürokratieabbaugesetzes soll es Unternehmen ermöglichen, ihre Bilanzen elektronisch an die Finanzbehörden zu senden. Auf diese Weise soll Verwaltungsaufwand gespart werden. Auf große Bedenken stoßen nun aber Planungen des Finanzministeriums. Die elektronischen Bilanz-Daten der Unternehmen sollen nämlich in ein Risikomanagementprogramm fließen, das ungewöhnliche Unternehmenszahlen automatisch erkennt und anzeigt.

„Für diese erweiterten Auskunftspflichten reichen Updates der Standardsoftware der Unternehmen aber nicht aus. Die Unternehmen müssen auch teuere Schulungen durchführen“, erklärt Albrecht Hoene von der Beratungsgesellschaft Syncwork die Kostenfalle. 1,3 bis 1,5 Millionen Firmen wären in Deutschland von der Umstellung betroffen.

Kritik an dem Vorhaben kam auch aus der Opposition. Die Grünen-Finanzexpertin Lisa Paus sagte: „Wir fordern von der Bundesregierung eine plausible Berechnung der Kosten der E-Bilanz und eine Erklärung wofür die vielen Auskunftspflichten nötig sein sollen.“

Das Bundesfinanzministerium geht in einer Stellungnahme lediglich von Belastungen in Höhe von insgesamt 500.000 Euro durch die Umstellung für die Wirtschaft aus.

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