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Zeitung: Bahn rechnet mit Mehrkosten für Stuttgart 21 von 370 Millionen Euro

© DB AG / Holger Knauf

22.09.2011

Stuttgart 21 Zeitung: Bahn rechnet mit Mehrkosten für Stuttgart 21 von 370 Millionen Euro

Berlin – Die Bahn räumt erstmals ein, dass das Großprojekt Stuttgart 21 deutlich teurer wird als veranschlagt. Wie die Tageszeitung „Die Welt“ aus Aufsichtsratskreisen erfuhr, kalkuliert der Konzern nun mit rund 370 Millionen Euro zusätzlichen Kosten. Der Konzern wird an diesem Freitag die neuen Zahlen der Landesregierung und den Spitzenvertretern der Stadt Stuttgart vorlegen.

Bei mehreren großen Auftragsvergaben läge man mit den Baukonzernen zwar „voll im Plan“, heißt es. Doch es gebe Fälle, die nicht so glatt liefen, zum Beispiel bei einem Tunnelprojekt. Das werde wohl nach aktuellem Stand deutlich teurer als geplant. Hinzu kämen Mehrausgaben für die Planung. Die Lage sei „angespannt“, heißt es im Bahn-Aufsichtsrat. Im Kontrollgremium weist man des Weiteren auf unkalkulierbare Risiken hin. Mitte 2012 soll mit den eigentlichen Bauarbeiten begonnen werden, man rechnet mit einer Bauzeit von sechseinhalb Jahren. Und „für diesen Zeitraum sind derzeit keine verlässlichen Summen zu möglichen Risiken zu ermitteln“, heißt es im Aufsichtsrat der Bahn.

Zugleich verschärft das Unternehmen den Ton im Streit über das Projekt. Wie die Zeitung weiter schreibt, will die Bahn auch an der Tieferlegung des Hauptbahnhofes festhalten, egal wie der von der grün-roten Landesregierung initiierte Volksentscheid im November ausgeht. Auch wird die Bahn heftig mit den Projektpartnern darum ringen, wer die Kosten trägt, die die Änderung an der Planung durch den Schlichterspruch von Heiner Geißler mit sich bringt.

Maßnahmen wie ein zweites Gleis von der City zum Flughafen oder die Verpflanzung von Bäumen summieren sich auf 80 Millionen Euro. „Es besteht keine Veranlassung, dass die Bahn das alleine trägt und diese Posten in die derzeitige Vereinbarung einfließen“, heißt es im DB-Aufsichtsrat. „Dafür ist eine neue Finanzierungsvereinbarung nötig.“

Dagegen wird sich die grüne Landesregierung heftig wehren. Ministerpräsident Kretschmann hat vorsorglich klargemacht, man werde kein weiteres Geld zuschießen.

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