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„Costa Concordia: Zahl der Toten auf 15 gestiegen

© AP, dapd

23.01.2012

Unfälle „Costa Concordia“: Zahl der Toten auf 15 gestiegen

Zwei weitere Leichen aus gekentertem Schiff geborgen – Ölteppich gesichtet.

Giglio – Mit der Bergung von zwei weiteren Leichen aus dem Wrack der “Costa Concordia” ist die Zahl der bestätigten Todesopfer am Montag auf 15 gestiegen. Der italienische Zivilschutz erklärte, die Leichen der beiden Frauen seien im Internet-Caf des Schiffs entdeckt worden. Von den bislang bestätigten 15 Toten sind sechs noch nicht identifiziert. Unter ihnen soll sich auch ein Mann aus Deutschland befinden. 17 Menschen gelten offiziell als vermisst. Inzwischen gibt es jedoch Spekulationen über nicht registrierte Passagiere. Damit könnte sich die Zahl der Vermissten noch erhöhen.

Der Kapitän des havarierten Kreuzfahrtschiffs war nach Angaben seines Anwalts zum Zeitpunkt des Unglücks nüchtern. Die Analysen von Urin- und Haarproben hätten ergeben, dass Francesco Schettino vor dem Zusammenstoß mit den Felsen nicht unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen gestanden habe, erklärte sein Anwalt Bruno Leporatti vor Medienvertretern. Die Staatsanwaltschaft äußerte sich mit Hinweis auf das laufende Verfahren nicht dazu.

Die Lage des Schiffes gilt inzwischen als stabil. Es drohe nicht mehr abzurutschen, teilte der Zivilschutz mit. Somit könne die Suche nach Vermissten fortgesetzt und auch mit der Entsorgung des Treibstoffs aus der “Costa Concordia” begonnen werden, sagte der Leiter des Zivilschutzes, Franco Gabrielli, am Montag. Die Such- und Rettungsmission werde bis zum Abschluss weiter betrieben, sagte ein Sprecher der Feuerwehr.

Unterdessen wurde bekannt, dass sich unter den vermissten Passagieren des havarierten Kreuzfahrtschiffs offenbar doch keine Ungarin befindet. Die gesuchte Frau, die von Bord des Schiffes ihre Familie angerufen haben soll und nicht auf der Passagierliste stand, sei schon seit drei Jahren Tod, teilte der italienische Zivilschutz am Montag unter Berufung auf ungarische Behörden mit.

Rund 300 Meter vom havarierten Schiff entfernt wurde am Montag ein Ölteppich gesichtet, wie die italienische Behörden mitteilten. Proben davon würden untersucht, hieß es. Ersten Beobachten zufolge handele es sich aber um kein Schweröl aus der “Costa Concordia”.

Eine niederländische Spezialfirma bereitet das Abpumpen des Treibstoffs auf dem havarierten Schiff vor, um eine Umweltkatastrophe zu verhindern. Damit könne frühestens am (morgigen) Dienstag begonnen werden, hieß es. Es wurde befürchtet, dass das Abpumpen von rund 2.200 Tonnen Schweröl aus den doppelwandigen Tanks eine Gewichtsverlagerung verursachen und die “Costa Concordia” weiter abrutschen lassen könnte. Das Schiff liegt auf einem unterseeischen Felsvorsprung, von dem es rund 30 Meter in die Tiefe geht.

Die italienischen Behörden gaben am Montag den niederländischen Spezialisten grünes Licht zum Ausbringen einer zweiten schwimmenden Ölbarriere zum Schutz vor einer möglichen Verunreinigung der Küste. Außerdem wurde ein Tankschiff angefordert, in das das Schweröl umgepumpt werden soll.

Neben dem Schweröl sind auch noch etwa 185 Tonnen Diesel und Schmierstoffe an Bord. Davon trat bereits ein Teil aus und verschmutzte die Wasseroberfläche. Aber auch Reinigungsmittel an Bord und eine große Menge Chlor könnten die Wasserqualität im Tyrrhenischen Meer gefährden. Das Gebiet um Giglio ist als Schutzgebiet für Delfine und Wale ausgewiesen und ein bevorzugtes Fischereirevier.

Die meist vom Tourismus lebenden Menschen auf Giglio drängen auf ein baldiges Abpumpen des Öls. Am Tag zehn nach dem Kentern des Schiffs sei die Wahrscheinlichkeit, noch Lebende an Bord zu finden, ohnehin gleich null, sagte der Anwohner Andrea Ginnaneschi. Von den Toten “kommt niemand mehr zurück ins Leben. Und wenn man sie später birgt, macht das keinen Unterschied”, sagte er.

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