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Stühlerücken an der Spitze geht weiter

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08.02.2012

Yahoo Stühlerücken an der Spitze geht weiter

Auch Aufsichtsratschef Bostock verlässt den angeschlagenen Internetkonzern.

San Francisco – Das Personalkarussell beim angeschlagenen Internetkonzern Yahoo dreht sich weiter. Nach Firmengründer Jerry Yang verlässt nun auch Aufsichtsratschef Roy Bostock das Unternehmen. Drei langjährige Mitglieder des Boards – Vyomesh Joshi, Arthur Kern und Gary Wilson – legten ebenfalls mit sofortiger Wirkung ihre Posten nieder, wie am Dienstag in San Francisco mitgeteilt wurde. Sie kommen damit den Forderungen vieler Anleger nach, die den Aufsichtsrat für den Niedergang des einstigen Branchenprimus’ mitverantwortlich machten.

Auch Analysten bewerteten die Abgänge positiv und erklärten, diese könnten den Weg freimachen für eine Rettung von Yahoo. “Es war an der Zeit für ihn (Bostock), das Feld zu räumen”, sagte der Analyst Sameet Sinha von B. Riley & Co. Der Portfolio-Manager Ryan Jacob von Jacob Asset Management erklärte: “Diese Veränderungen sind längst überfällig. Es war ein Punkt erreicht worden, an dem der Aufsichtsrat keine andere Wahl mehr hatte. Ich glaube, jeder brauchte einen sauberen Schnitt.”

Yang war erst vor wenigen Wochen zurückgetreten. Kurz zuvor war der frühere Präsident des eBay-Bezahldienstes PayPal, Scott Thompson, als neuer Vorstandsvorsitzender vorgestellt worden. Thompson ist der vierte CEO in weniger als fünf Jahren, der das Ruder bei Yahoo herumreißen soll. Seine Vorgängerin Carol Bartz war im September wegen der anhaltenden Unternehmenskrise vorzeitig entlassen worden.

Die einst begehrten Yahoo-Aktien haben seit mehr als drei Jahren die 20-Dollar-Marke nicht mehr überschritten. Seit Jahren verliert Yahoo bei der Onlinewerbung Marktanteile an seine beiden größten Rivalen Google und Facebook.

Im Gegensatz zu Google und Facebook konnte Yahoo bislang nicht von den wachsenden Budgets für Onlinewerbung profitieren. Googles Umsatz wuchs in den letzten drei Monaten des Jahres im Jahresvergleich um 25 Prozent. Auch das soziale Netzwerk Facebook konnte den Zahlen unabhängiger Analysten zufolge Yahoo viele Werbekunden abspenstig machen.

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