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Wulff soll auch Springer-Chef Döpfner gedroht haben

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07.01.2012

Wulff Wulff soll auch Springer-Chef Döpfner gedroht haben

Berlin – Einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ zufolge soll Bundespräsident Christian Wulff auch Springer-Chef Mathias Döpfner am Telefon gedroht haben.

Nach Informationen des Nachrichten-Magazins rief Wulff auch bei Springer-Chef Döpfner an. Der Präsident erreichte Döpfner jedoch nicht persönlich, sondern landete auf dessen Mailbox und hinterließ dort eine Nachricht.

Die Wortwahl des Präsidenten fiel dabei ähnlich aus wie gegenüber „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann: Von Empörung über „Bild“ soll die Rede gewesen sein, von einer Kampagne und ungerechtfertigter Skandalisierung, heißt es im Verlag. Döpfner habe Wulff zurückgerufen und einen aufgebrachten Präsidenten am Telefon gehabt. Wulff sei sehr deutlich geworden. Wenn der Artikel über seinen Privatkredit erscheine, so wird Wulff im Verlag zitiert, dann bedeute das Krieg zwischen dem Bundespräsidialamt und Springer bis zum Ende von Wulffs Amtszeit.

Das Bundespräsidialamt verweist auf Anfrage darauf, dass Wulff über Vieraugengespräche und Telefonate grundsätzlich keine Auskunft gebe.

Der Anruf bei „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann

In der Nachricht auf dem Handy von „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann sagte Wulff mit Bezug auf die Recherchen von „Bild“: „Ich habe alles offengelegt, Informationen gegeben, mit der Zusicherung, dass die nicht verwandt werden. Die werden jetzt indirekt verwandt, das heißt, ich werde auch Strafantrag stellen gegenüber Journalisten morgen, und die Anwälte sind beauftragt.“

Die „Bild“-Redakteure hatten vor Wulffs Abreise in die Golf-Region im Schloss Bellevue Einsicht in den Kreditvertrag bekommen und so erfahren, dass Wulffs Kreditgeberin Edith Geerkens war. Nach Darstellung des Präsidialamtes sicherte „Bild“ zu, den Namen nicht zu nennen, solange es sich nicht um einen Großunternehmer handle; „Bild“ bestreitet das.

Wortlaut

Der Wortlaut von Wulffs Nachricht existiert als Abschrift, die unmittelbar nach dem Gespräch gefertigt wurde und dem „Spiegel“ vorliegt. Wulff fragte, warum „Bild“ nicht akzeptieren könne, „wenn das Staatsoberhaupt im Ausland ist, zu warten, bis ich Dienstagabend wiederkomme, also morgen, und Mittwoch eine Besprechung zu machen, wo ich mit Herrn … den Redakteuren rede, wenn Sie möchten, die Dinge erörtere, und dann können wir entscheiden, wie wir die Dinge sehen, und dann können wir entscheiden, wie wir den Krieg führen.“

Wulff bat damit zwar tatsächlich um eine Verschiebung der Geschichte um einen Tag, drohte aber andererseits mit strafrechtlichen Konsequenzen.

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