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16.01.2010

Wulff kritisiert Merkels Führungsstil

Berlin – Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff hat CDU-Chefin Angela Merkel zu mehr Teamgeist bei der Führung der Partei aufgerufen. Neben der Vorsitzenden brauche die Union „Persönlichkeiten, die für die verschiedenen Strömungen der Partei stehen“, sagte Wulff in einem Interview mit dem Nachrichten-Magazin „Der Spiegel“. „Das würde Angela Merkel noch stärker machen und ihre Arbeit erleichtern.“ Wulff kritisierte indirekt Merkels Führungsstil. „Die Union war immer dann stark, wenn sie kraftvoll Positionen vertreten hat, auch bei massivem Gegenwind. Dazu müssen wir wieder kommen.“ Wulff forderte Merkel dazu auf, auch umstrittene Themen wie die Verlängerung der Laufzeiten für Kernkraftwerke offensiv zu vertreten. Die Bürger wollten wissen, wofür die Union stehe, sagte der CDU-Politiker: „Es gibt eine Sehnsucht nach Führung.“

Wulff strich heraus, dass es auch weiter Ziel der Union sein müsse, bei Bundestagswahlen 40 Prozent plus x zu erreichen. Den Steuersenkungsplänen der FDP setzte der CDU-Politiker klare Schranken. „Die Länder, aber auch der Bund sind durch die Schuldenbremse verpflichtet, ihre Neuverschuldung drastisch zu reduzieren. Das begrenzt den Spielraum für Steuersenkungen“, sagte Wulff und fügte hinzu: „Die Bürger wollen keine Steuersenkungen auf Kosten ihrer Kinder.“ Er sprach sich dafür aus, dass nach der Steuerschätzung im Mai eine Kommission unter dem Vorsitz von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble eingesetzt wird, die eine Steuerreform erarbeiten soll.

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