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Wulff geschlagen – Gauck noch nicht geschlüpft

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20.02.2012

Karneval Wulff geschlagen – Gauck noch nicht geschlüpft

Rosenmontagszüge in den Karnevalshochburgen.

Berlin – Die Politik hat es den Wagenbauern im Karneval in diesem Jahr besonders schwer gemacht. Joachim Gaucks Nominierung für das Amt des Bundespräsidenten am Sonntagabend konnte bei den Rosenmontagsumzügen kaum mehr berücksichtigt werden. So feierten die Jecken vor allem auf Kosten des Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff. Nach dessen Rücktritt am Freitag hatten die Veranstalter ihre Wagen noch kurzfristig umgebaut.

Zumindest in Düsseldorf war aber der künftige erste Mann im Staat bereits auf einem Festwagen zu sehen: Als Ei, das jeden Moment zu brechen droht. Daneben ein Christian Wulff als gerupfter Bundesadler nach einer Bruchlandung, der nur noch wenigen Federn an seiner Haut trägt. Darunter steht der Schriftzug “Und Tschüss…”. Der Wagen war bis zuletzt geheim geblieben.

Auch die Umzüge in den anderen Karnevalshochburgen standen ganz im Zeichen von Christian Wulff. In Köln, dem größten Karnevalsumzug, wurde Wulff vom deutschen Michel aus einem viel zu großen Anzug, der das Amt des Bundespräsidenten darstellte, gezogen. Aus seinen Taschen fielen ein Handy, Prozente, Zinsen und Urlaubsreisen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) steht daneben und rauft sich die Haare. Die ganze Szene spielte sich vor dem “Kaufhaus Vorteilsnahme” mit dem Angebot “Sonderkredite: 3 nehmen – 1 bezahlen” ab.

Ein Jubiläum feierten die Mainzer: Pünktlich um 11.11 Uhr startete in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt der 111. Rosenmontagsumzug. Ein als ausgeknockter Boxer im Ring dargestellter Christian Wulff begleitete die über 9.500 Menschen durch die Innenstadt. Bis zum Freitag war die Wulff-Figur noch als angeschlagener Kämpfer konzipiert gewesen.

In Rottweil lockte der traditionelle Narrensprung mehr als 10.000 Zuschauer an. Mit handgeschnitzten Holzmasken und farbigen Kostümen waren die Narren nach dem großen Glockenschlag um Punkt 8.00 Uhr durch die Stadt gezogen, um den Höhepunkt der schwäbisch-alemannischen Fastnacht zu feiern. Die Wurzeln des Rottweiler Narrensprungs liegen im 15. Jahrhundert.

Neben Wulff waren bei dem Umzügen noch weitere Motive vertreten. Die Bundeskanzlerin drückte den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy an ihre Brust und fuhr gemeinsam mit einem FDP-Skelett auf einem Tandem. In einer Hommage wurde zudem an den verstorbenen Humoristen Loriot erinnert. Er steht vor Petrus im Himmel, der ihm entgegnet: “Die Ente bleibt draußen”.

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