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08.04.2010

Wolfsburgs Traum vom Europa League Halbfinale geplatzt

Wolfsburg – Ein Blitztor nach 22 Sekunden hat den deutschen Meister VfL Wolfsburg aus allen Europapokal-Träumen gerissen. Durch eine 0:1 (0:1)-Heimniederlage im Viertelfinal-Rückspiel gegen den FC Fulham verpassten die „Wölfe“ den Einzug ins Halbfinale der Europa League. Das Hinspiel in London hatten die „Wölfe“ mit 1:2 verloren.

Anstelle eines rein deutschen Duells in der Runde der letzten Vier ist nun Fulham Gegner des Hamburger SV auf dem Weg ins Endspiel am 12. Mai in der Hansestadt. Dagegen ruhen die Hoffnungen der Wolfsburger, die im Winter schon aus der Champions League „abgestiegen“ waren, hinsichtlich einer erneuten Europacup-Qualifikation nun ganz auf der Bundesliga, wo man sich als Neunter noch Chancen auf Platz fünf oder sechs ausrechnet.

„Auch in der Bundesliga wird es mit so einer Leistung nicht reichen“, meinte allerdings Spielmacher Zvjezdan Misimovic selbstkritisch: „Wir hatten uns viel vorgenommen, das Tor war sehr blöd. Aber wir hatten danach noch viel Zeit, doch leider haben wir kaum richtige Chancen herausgespielt. Fulham ist verdient weitergekommen, das war heute leider zu wenig.“

Stürmer Bobby Zamora, der schon im ersten Aufeinandertreffen eine Woche zuvor getroffen hatte, sorgte vor 24.843 Zuschauern in der VW-Arena gleich beim ersten Angriff für die Gäste-Führung. Von dem Schock des frühen Rückstands erholten sich die Platzherren in den gesamten 90 Minuten nicht mehr. Torwart Diego Benaglio bewahrte den VfL am Ende sogar vor einer noch höheren Niederlage. Stürmerstar Edin Dzeko hatte in der 84. Minute Pech mit einem Pfostentreffer, der Nachschus von Grafite wurde auf der Torlinie abgeblockt.

Da Wolfsburgs Trainer Lorenz-Günther Köstner durch den verletzungsbedingten Ausfall von Innenverteidiger Alexander Madlung (Gesäßmuskel-Probleme) seine Defensive umstellen musste, kam der zuletzt leicht angeschlagene Jan Simunek erstmals seit vier Pflichtspielen wieder zum Einsatz. Doch der Tscheche machte gleich in seiner ersten Szene eine schlechte Figur, ließ sich im eigenen Strafraum von Zamora mit einer Körpertäuschung ausspielen und begünstigte so das frühe 0:1.

Die Gastgeber benötigten ein paar Minuten, um die kalte Dusche zu verdauen und ließen auch in der Folgezeit ihren gewohnten Angriffsschwung vermissen. Erst ein Fehlpass von Fulham-Kapitän Danny Murphy leitete die erste VfL-Chance durch Christian Gentner ein, der nach einer Vorlage von Sascha Riether Torwart Mark Schwarzer zu einer Parade zwang (10.).

Zwar tauchten die Gastgeber gelegentlich vor dem Tor der Engländer auf, blieben aber im Abschluss über weite Strecken der Partie zu ungenau. Ein Treffer von Grafite in der 12. Minute wurde wegen Abseits nicht anerkannt. Die Gäste, in Besitz von Kaufhaus-König Mohamed Al-Fayed und begleitet von Edel-Fan Hugh Grant, beschränkten sich derweil zunehmend auf gelegentliche Entlastungsangriffe und standen ansonsten kompakt in der Defensive.

Auch nach dem Seitenwechsel blieben Wolfsburger Torchancen Mangelware. Dafür hätte Zamora in der 59. Minute frei vor Benaglio beinahe das 2:0 für Fulham erzielt, scheiterte jedoch am glänzenden VfL-Keeper. Ähnlich meisterhaft parierte der Schweizer in der 76. Minute eine Großchance von Simon Davies. Kurz zuvor hatte Dzeko mit einem Volleyschuss nach einer Ecke von Ashkan Dejagah in Schwarzer seinen Meister gefunden.

Auf Seiten der Platzherren bot einzig Benaglio eine überzeugende Leistung. Beste Akteure beim Premier-League-Klub waren Aaron Hughes und Zamora.

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