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Russische Mond-Eis-Mission ist Neuland

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28.02.2013

Wissenschaftler Russische Mond-Eis-Mission ist Neuland

Hoffnung auf fundamentalen Erkenntnisgewinn.

Berlin – Mit seiner für 2019 angekündigten Mond-Eis-Mission betritt Russland nach Ansicht des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) „wissenschaftlich Neuland“. Sollte dieses Vorhaben gelingen, „könnten wir fundamentale Erkenntnisse darüber gewinnen, woher dieses Eis auf dem Mond stammt“, sagte Ulrich Köhler vom Institut für Planetenforschung des DLR in einem dapd-Interview in Berlin. Die Frage sei, ob es tatsächlich von Kometen und zu einem kleineren Teil von Asteroiden herrühre.

Darüber hinaus müsse herausgefunden werden, wann diese Himmelskörper das Eis dort gegebenenfalls „deponiert“ hätten und wie „alt“ es sei, fügte der Wissenschaftler hinzu. Auch dürften Aussagen möglich werden, wie das Wasser in der Frühzeit der Erde zu uns gelangt ist“. Denn nach heutigem Wissensstand dürfte nicht alles Wasser unserer Ozeane nur von Vulkanen aus dem Inneren der Erde ausgegast und abgeregnet worden, sondern auch als kosmische Fracht und Bestandteil von unzähligen Kometen zur Erde gelangt sein. „Die Kenntnis der Isotopenzusammensetzung lunaren Eises beziehungsweise Wassers wäre schon etwas, wonach sich alle Mondforscher die Finger lecken.“

Aus raumfahrttechnischer Sicht seien durch eine solche Mission und die damit gewonnenen Proben auch Rückschlüsse darauf möglich, in welcher Konzentration das Wasser dort im Mondboden (Regolith) verteilt sei, sagte Köhler. Eine Hochrechnung der Gesamtmenge wäre für denkbare zukünftige permanente oder Langzeitaufenthalte von Menschen auf dem Mond beziehungsweise auch für automatischen Gewinnung von Sauerstoff (aus den Oxiden des Mondbodens) und Wasserstoff (aus dem Eis) zur Erzeugung von Treibstoff für die „Knallgasreaktion“ in Raketen relevant, die vielleicht einmal mit schwerer Fracht vom Mond zum Mars fliegen werden.

Proben schon zweimal zur Erde gebracht

Köhler sagte, bisher sei es zwar schon zweimal gelungen, vollautomatisch Proben von einem anderen Himmelskörper zur Erde zu bringen, jedoch noch kein Eis. Dabei habe es sich 1970 um die sowjetische Sonde Luna 16 mit Mondgestein und 2010 um die japanische Sonde Hayabusa mit Staub vom Asteroiden Itokawa gehandelt. Russland hatte vor gut einer Woche für 2019 eine Mond-Mission angekündigt, bei der Eis zur Erde geholt werden soll.

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