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Institut der deutschen Wirtschaft Koeln

© T.Voekler / gemeinfrei

02.10.2014

Wirtschaftsinstitut Ostdeutsche Wirtschaft holt weiter auf

Eine vollständige Angleichung zwischen Ost und West sei schwer vorstellbar.

Berlin – Die ostdeutsche Wirtschaft hat gegenüber dem Westen auch in den vergangenen Jahren Boden gut gemacht. Dies geht aus einem neu entwickelten „Einheitsindex“ des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) hervor, der der „Welt“ vorliegt.

„Der Aufholprozess des Ostens gegenüber dem Westen ist nicht zum Stillstand gekommen. Er setzt sich weiter, wenn auch langsam, fort“, sagte IW-Direktor Michael Hüther. „Insgesamt steht nach unserem Index der Osten gegenüber dem Westen leicht besser da, als es die reinen BIP-Zahlen zeigen.“

Die IW-Forscher haben sich für ihren Index nicht nur das Bruttoinlandsprodukt, sondern sieben Gradmesser für die Leistungsfähigkeit einer Wirtschaft angeschaut wie die Entwicklung der Produktivität, die Zahl der Beschäftigten in Forschung und Entwicklung, die Arbeitslosigkeit oder die Selbständigenquote. Aus den Indikatoren hat das IW einen „Einheitsindex“ gebildet.

Dieser Index für die ostdeutsche Wirtschaft stieg bis 2007 auf 71 Prozent des Westniveaus, bis zum Jahr 2010 auf 73 und bis 2013 auf 74 Prozent. Kurz nach der Wiedervereinigung hatte er 1991 noch bei 51 Prozent gelegen. Rein nach der Wirtschaftsleistung liegt der Osten ohne Berlin lediglich bei 67 Prozent des Westniveaus.

Grund für den stetigen Anstieg ist besonders die stärker sinkende Arbeitslosigkeit in den fünf neuen Ländern. Außerdem wagen Ostdeutsche schneller den Schritt in die Selbständigkeit. Lag die ostdeutsche Selbständigenquote 2005 noch knapp unter der des Westens, hat sie sie inzwischen deutlich übertroffen.

Auch wenn die Tendenz in neuen Ländern insgesamt positiv ist, deckt der Einheitsindex auch viele Schwachstellen der ostdeutschen Wirtschaft auf. So ist die Arbeitsproduktivität – „die Wirtschaftsleistung je Erwerbstätigem“ – seit 2005 um zwei Prozentpunkte zurückgegangen und liegt bei 76 Prozent des Westens. Bei den Haushaltsnettoeinkommen gab es sogar seit dem Jahr 1995 keine Fortschritte. Sie verharren bei rund 80 Prozent des Westniveaus. Die Investitionen je Einwohner sind seit 2005 „gemessen am West-Niveau“ von 77 auf 75 Prozent zurückgegangen.

„Eine vollständige Angleichung des Lebensstandards zwischen Ost und West ist schwer vorstellbar“, sagte IW-Direktor Hüther. Die Wirtschaftsstruktur im Westen sei geprägt von ihren produktiven Ballungszentren wie München, Frankfurt oder Düsseldorf. Der Osten habe mit Berlin nur ein Wirtschaftszentrum auf diesem Niveau, „und das wächst gerade erst in seine Rolle hinein“, so Hüther. „Leipzig und Dresden sind da noch zu klein.“

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