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Wirtschaft der Eurozone schrumpft leicht

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15.02.2012

Bruttoinlandprodukt Wirtschaft der Eurozone schrumpft leicht

Rückgang im vierten Quartal nach gut zwei Jahren Wachstum.

Luxemburg – Die Wirtschaftsleistung der Eurozone ist erstmals seit zweieinhalb Jahren wieder gesunken. In den letzten drei Monaten 2011 habe der Rückgang des Bruttoinlandprodukts (BIP) gegenüber dem Vorquartal 0,3 Prozent betragen, teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch in Luxemburg mit. Es war der erste Quartals-Rückgang seit dem Frühjahr 2009.

In Deutschland fiel die Wachstumsdelle im vierten Quartal 2011 allerdings geringer aus, als bislang erwartet. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts schrumpfte die deutsche Wirtschaft gegenüber dem Vorquartal preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,2 Prozent. Die Statistiker hatten den Quartalsrückgang Mitte Januar zunächst auf 0,25 Prozent geschätzt.

Im gesamten vergangenen Jahr wuchs die Wirtschaft der 17 Staaten der Eurozone nach Angaben von Eurostat um 1,5 Prozent. In Deutschland allein fiel das Jahreswachstum mit 3,0 Prozent doppelt so kräftig aus. Die deutsche Wirtschaftsleistung wurde im vierten Quartal von 41,6 Millionen Erwerbstätigen erbracht. Das waren 560.000 oder 1,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Die Aussichten der deutschen Wirtschaft stuften Ökonomen weiter als günstig ein. “Die Krise im Euroraum bremst das Wachstum in Deutschland voraussichtlich nur vorübergehend”, sagte der Konjunkturchef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Ferdinand Fichtner. Schon ab der Jahresmitte sei auch aufgrund von Nachholeffekten “wieder mit kräftigen Zuwächsen zu rechnen”.

Auch Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler zeigte sich überzeugt, dass Deutschland im Jahresverlauf zu Wachstum zurückfinden werde. “Darauf deutet auch die Stabilisierung aktueller Konjunkturindikatoren hin”, sagte der FDP-Vorsitzende.

Auf Vorschlag des Wirtschaftsministers berief das Bundeskabinett die Tübinger Professorin Claudia-Maria Buch zur Wirtschaftsweisen. Die Expertin für internationale Finanzmärkte wird im Sachverständigenrat als Nachfolgerin von Beatrice Weder di Mauro künftig Konjunktur und wirtschaftliche Entwicklung für die Bundesregierung begutachten. Weder di Mauro wechselt zur Züricher Großbank UBS.

Auch in der Europäischen Union mit 27 Mitgliedsstaaten schrumpfte die Wirtschaft vom dritten zum vierten Quartal 2011 wie in der Eurozone um 0,3 Prozent. Eine Reihe vom Volkswirtschaften wuchs allerdings auch noch in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres. Gegen den EU-Trend nahm die Wirtschaftsleistung gegenüber dem Vorquartal im Euroland Frankreich (plus 0,2 Prozent), sowie den EU-Ländern Slowakei (plus 0,9 Prozent), Lettland (plus 0,8 Prozent), Bulgarien (plus 0,4 Prozent) und Ungarn (plus 0,3 Prozent) zu.

Dagegen mussten Portugal (minus 1,3 Prozent), Litauen (minus 0,9 Prozent), Estland (minus 0,8 Prozent), die Niederlande und Italien (je minus 0,7 Prozent) die stärksten Einbußen gegenüber dem Vorquartal hinnehmen. In Griechenland lag die Wirtschaftsleistung in den letzten drei Monaten 2011 um sieben Prozent niedriger als im letzten Quartal 2010. Für Irland legte Eurostat keine neuen Quartalszahlen vor.

Auch die Entwicklung der beiden größten außereuropäischen Industrieländer fiel im vierten Quartal 2011 unterschiedlich aus: Die US-Wirtschaft wuchs zum Jahresende um 0,7 Prozent, das japanische BIP fiel hingegen um 0,6 Prozent.

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