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„Wir sind nicht unbedingt trendy

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04.04.2012

Friedensbewegung „Wir sind nicht unbedingt trendy“

Ostermarschierer haben Mobilisierungsprobleme.

Berlin – Vor den diesjährigen Ostermärschen hat die Friedensbewegung Probleme, ihre Sympathisanten zu mobilisieren. „Wir sind nicht unbedingt trendy“, sagte Angelika Claußen, langjährige Vorsitzende der deutschen Sektion der Friedensorganisation Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW).

Die Menschen nähmen keine konkrete Bedrohung wahr, wie noch 2003 vor dem Irak-Krieg, sagte sie der Nachrichtenagentur dapd in Berlin. Das mache die Mobilisierung schwierig. Trotzdem blieben die Ostermärsche eine Erfolgsgeschichte. „Langfristig können wir einen großen Druck auf die Politik ausüben“, zeigte sich Claußen überzeugt.

Als zentrale Forderungen der Demonstrationen in den kommenden Tagen nannte die Friedensaktivistin den Stopp deutscher Rüstungsexporte und traditionell die Abschaffung aller Atomwaffen. Zudem müssten die „Kriegsvorbereitungen“ gegen Iran und Syrien aufhören. „Die Mehrheit der syrischen Bevölkerung will keine militärische Intervention“, sagte Claußen, die bis Anfang 2011 Vorsitzende der IPPNW war.

Im Streit um das iranische Atomprogramm sei auch Deutschland gefordert. „Die Bundesregierung sollte auf Israel einwirken, dass solche Konflikte nicht militärisch zu lösen sind“, forderte Claußen. Es sei zu beobachten, dass in der Politik „zunehmend auf Militarisierung als Konfliktlösungsmittel gesetzt wird“. Die sei „der völlig falsche Weg“.

Atomwaffen, die „schlimmsten und zerstörerischsten Waffen“, seien auch in Deutschland noch ein akutes Problem. „Die USA planen eine Modernisierung der in Deutschland stationierten Atomwaffen“, kritisierte Claußen. Dies verstieße gegen einen Beschluss des Bundestages und den Koalitionsvertrag von Union und FDP.

Wie viele Menschen gegen diese Politik an Ostern demonstrieren werden, sei schwer abschätzbar. „Die größten Ostermärsche sind jedoch da zu erwarten, wo militärische Standorte sind“, erklärte Claußen. Die in Bielefeld niedergelassene Ärztin will selbst am Samstag in Detmold auf die Straße gehen.

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