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Aufstand: „Wir sind nicht hier, um zu feiern

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25.01.2012

Ägypten Aufstand: „Wir sind nicht hier, um zu feiern“

Ägypter erinnern an Beginn des Aufstands vor einem Jahr.

Washington – Ein Jahr nach Beginn des Volksaufstands in Ägypten sind am Mittwoch Zehntausende Menschen auf den Tahrir-Platz in Kairo geströmt, wo die Protestwelle ihren Ausgang nahm. Allerdings kamen dort Anhänger der Muslimbruderschaft und eher linksgerichtete liberale Demonstranten getrennt voneinander zusammen, ein Abbild der politischen Gräben nach dem Sturz von Präsident Husni Mubarak.

“Nieder mit der Militärherrschaft”, forderten die säkularen Demonstranten. “Tantawi, komm und töte weitere Revolutionäre, wir wollen deine Hinrichtung”, riefen sie provozierend mit Blick auf Feldmarschall Hussein Tantawi, dessen Militärrat die Regierung nach dem Rücktritt Mubaraks am 11. Februar 2011 übernahm. Seit Oktober wurden mehr als 80 Demonstranten von Soldaten getötet. Menschenrechtsgruppen beklagen, dass seit der Machtübernahme des Militärrats mindestens 12.000 Zivilpersonen der Prozess vor Militärgerichten gemacht worden sei.

Die linksgerichteten Gruppen werfen Tantawi vor, das alte Regime weitgehend unangetastet gelassen zu haben. Die Muslimbruderschaft habe dies stillschweigend akzeptiert und sich auf den Gewinn der Parlamentswahl konzentriert anstatt auf die Umsetzung der Ziele des Volksaufstands wie soziale Gerechtigkeit, Demokratie und Freiheit.

“Wir sind nicht hier, um zu feiern. Wir sind hier, um die Militärherrschaft zu stürzen”, sagte der 27-jährige Iman Fahmi. “Sie haben die Revolution verraten und keines ihrer Ziele erfüllt.” Gemeinsam mit Tausenden weiteren Demonstranten zog Fahmi am Mittwoch unter Führung von Nobelpreisträger Mohamed ElBaradei vom Nil zum Tahrir-Platz.

ElBaradei betonte, es gehe nun um eine Einigung, wie die Ziele des Aufstands umzusetzen seien: eine wahrhaft demokratische Verfassung, die Stabilisierung der Wirtschaft, Sicherheit, die Unabhängigkeit von Justiz und Medien und eine strafrechtliche Verfolgung jener, die für die Tötung von Menschen verantwortlich seien.

Zum Jahrestag des Aufstandsbeginns gratulierte die US-Regierung Ägypten zu Fortschritten auf dem Übergang zur Demokratie. Das Land habe “einige historische Meilensteine” erreicht, erklärte das Weiße Haus am Dienstag. Es seien wichtige Schritte unternommen worden, um die Versprechen der Revolution einzulösen. Es bleibe aber noch viel zu tun.

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