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Windräder und grüner Tourismus

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16.01.2012

Tourismus Windräder und grüner Tourismus

Baden-Württemberg muss einen Mittelweg finden.

Stuttgart – Der Trend geht zu umweltfreundlichem Reisen. Diese Entwicklung hat Tourismus-Minister Alexander Bonde (Grüne) ausgemacht und trägt ihr mit dem Projekt “Grüner Süden” Rechnung. “Immer mehr Menschen wollen ihren Urlaub naturnah und ressourcenschonend gestalten”, sagte Bonde am Montag auf der Tourismusmesse CMT in Stuttgart. Doch wie viel grün touristisch vertretbar ist, daran scheiden sich spätestens bei der Windenergie die Geister.

Bonde, Aufsichtsratsvorsitzender der Tourismus Marketing GmbH des Landes, will mit der Verbindung von Natur- und Kulturtourismus neue Akzente setzen. Das Naturerlebnis, umweltfreundliche Mobilität, klimaverträgliche Unterkünfte und nachhaltige regionale Produkte gehören dazu. “Ziel des in Deutschland bisher beispiellosen Projekts ist, den Baden-Württemberg-Urlaubern in allen Regionen des Landes ein möglichst umfassendes und attraktives Angebot für einen ‘grünen Urlaub im Süden’ zu machen”, sagte Bonde.

Die Schwarzwald Tourismus GmbH (STG) befürwortet das Konzept grundsätzlich und begrüßt die Initiative der Landesregierung. Bei der Planung für ein UNESCO-Biosphärengebiet im Südschwarzwald wünscht man sich allerdings eine “enge Abstimmung” mit den eigenen Tourismusprojekten. Und auch beim Punkt regenerative Energien hakt es. Im Schwarzwald befürchtet man eine “Verspargelung” der Landschaft durch Windräder an exponierten Plätzen.

Während die Landesregierung auf einen massiven Ausbau der Windenergie setzt, für die sich gerade die Höhen des Schwarzwaldes eignen, spricht man bei der STG von einer touristisch wichtigen “Landschaftsästhetik” und verwahrt sich gegen einen “Wildwuchs” von Windrädern. Unterstützt werden soll diese Form der Energiegewinnung an Stellen, die “landschaftlich wenig sensibel, aber wirtschaftlich sinnvoll” sind.

Der STG-Vorsitzende, Landrat Frank Scherer, wünscht sich eine Kontrollinstanz: “Wegen ihrer Fernwirkung gehören Windkraftanlagen nicht in die alleinige Planungshoheit einzelner Gemeinden”, sagte er auf der Tourismusmesse. Die Landesregierung müsse auch den Beitrag regenerativer Energien aus dem Schwarzwald durch Wasserkraft, Biogasanlagen, Geothermie und Solartechnologie zum Gesamtenergiemix berücksichtigen.

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