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Windows 8 bricht mit seinen Vorgängern

© dapd

29.02.2012

Generationswechsel Windows 8 bricht mit seinen Vorgängern

Komplett neue Oberfläche – Vorabversion frei im Netz – Starttermin weiter geheim.

Barcelona – Kein „Start“-Knopf mehr, dafür bunte Kacheln und eine konsequente Anbindung an die Datenwolke im Internet: Microsoft will mit Windows 8 eine grundlegend neue Ausgabe seines Betriebssystem-Klassikers auf den Markt bringen. Die teils radikalen Neuerungen kündigte Manager Steven Sinofsky am Mittwoch am Rande des Mobile World Congresses in Barcelona an. Offen ließ er, wann die endgültige Version fertig sein soll. Dafür stellte er eine Vorabversion für alle frei ins Netz.

Die neue Version sei nicht bloß eine neue Version, sondern eine neue Generation von Windows. „Unser letzter Generationswechsel war die Einführung von Windows 95“, sagte Sinofsky. Damals führte Microsoft in seinem Betriebssystem das Multitasking ein. Nutzer mussten nicht mehr ein Programm schließen, um ein anderes zu starten, sondern konnten zwischen Anwendungen nach Belieben hin und her wechseln.

Mit Windows 8 will Microsoft nun grundlegend die Bedürfnisse der immer mobileren Computer-Landschaft bedienen. So ähnelt die völlig neue Darstellung der des hauseigenen Handy-Betriebssystems Windows Phone: Klassische Programme werden ebenso in Kacheln dargestellt wie Apps. Das soll Übersicht schaffen, die Nutzung vereinfachen und modern aussehen. Sein überarbeitetes Design nennt Microsoft „Metro Style“. Auf den altbekannten „Start“-Knopf verzichtet Microsoft darin ganz. Klassische Programme laufen aber wie gewohnt weiter.

Während sich das aktuelle Windows 7 den sehr stark wachsenden Markt der handlichen Tablet-Computer kaum erschloss, unternimmt Microsoft sichtlich viel, damit das mit Windows 8 anders wird. Erstmals wird Windows mit der neuen Version beispielsweise auch problemlos auf Prozessoren des Chipherstellers ARM arbeiten, wie Sinofsky sagte. Weil ARM-Chips besonders sparsam sind, sind sie in viele kompakte Tablet-Computer eingebaut.

Bei der mobilen Nutzung hilft nicht zuletzt auch das neue Design. Es ist etwa nicht nur darauf ausgelegt, an klassischen Computern auf Schreibtischen per Maus und Tastatur bedient zu werden. Windows 8 reagiert auch auf Berührungen, entsprechende Displays vorausgesetzt. Der „Metro Style“ mit teils größeren Flächen für einzelne Elemente sorgt zudem dafür, dass sich Nutzer nicht allzu leicht vertippen.

Mit der neuen Version hängt künftig auch Windows an der Datenwolke. Sogenannte Cloud-Funktionen sollen dazu beitragen, dass Nutzer ihre Daten jederzeit auf verschiedenen Geräten wiederfinden, darunter auch Smartphones. „Alles hängt an der Wolke“, sagte Sinofsky während der Präsentation. Helfen soll dabei das sogenannte SkyDrive, das Microsoft bereits im Angebot hat. Damit dürfte sichergestellt sein, dass der Zugriff auf die Daten auch ohne Windows 8 funktioniert.

Neu ist auch: Windows wird es „to go“ geben, also zum Mitnehmen für die Nutzung an verschiedenen Geräten. Tatsächlich trägt ein Nutzer dabei etwa auf einem USB-Stick nicht ein ganzes Betriebssystem mit sich herum, aber seine Apps wie auch seine Einstellungen. Meldet er sich damit auf einem beliebigen Computer an, auf dem Windows 8 läuft, so soll er seine persönliche Arbeitsumgebung vorfinden.

Die am Mittwoch freigeschaltete „Consumer Preview“ können Nutzer auf ihren eigenen Geräten installieren und ausprobieren. Das kostet sie nichts. Microsoft bittet die Neugierigen im Gegenzug um Hinweise auf letzte Macken und für Verbesserungen. Zuletzt seien – nach einer ersten Entwicklungsversion im Herbst – 100.000 Veränderungen in den Programmcode eingeflossen. „Es kam viel Neues dazu“, sagte Sinofsky.

Wann die endgültige Version in den Handel geht und wie viel sie dann kosten wird, sagte Sinofsky in Barcelona hingegen nicht. Damit bleiben Spekulationen unbestätigt, wonach es im Herbst losgehen soll. Klar sei indes, dass vor der finalen Version von Windows 8 noch mindestens zwei sogenannte Release Candidates folgen würden.

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