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Windenergieanlagen in Deutschland wieder stärker gefragt

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26.01.2012

Wind Windenergieanlagen in Deutschland wieder stärker gefragt

Installierte Leistung steigt um ein Drittel – Branche beklagt Probleme bei Offshore-Anlagen.

Berlin – Die Energiewende hat der Nachfrage nach Windkraftanlagen neuen Schwung gegeben. Nach Angaben des Bundesverbandes Windenergie (BWE) wurden im vergangenen Jahr 895 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 2.007 Megawatt errichtet. Das seien 456 Megawatt mehr als im Vorjahr und entspreche einem Zuwachs der Leistung der Neuanlagen um 30 Prozent, sagte BWE-Präsident Hermann Albers am Donnerstag in Berlin.

Der BWE und der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) erwarten, dass die Gesamtleistung der neuen Windenergieanlagen dieses Jahr noch einmal um rund fünf Prozent steigen wird. Demnach werden 2012 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 2.200 Megawatt neu ans Netz gehen. Der Zuwachs an Leistung werde damit wieder “im Durchschnitt des vergangenen Jahrzehnts liegen”, sagte Albers. Die Verbände stellen derzeit ihre Statistik von Leistung neu errichteter Anlagen auf die EU-weit übliche Leistung neu angeschlossener Anlagen um.

Die Gesamtleistung aller in Deutschland angeschlossenen Windräder lag zum Jahreswechsel bei 29.100 Megawatt. Der Bund wolle bis 2020 eine Leistung von 35.000 Megawatt erreichen. Wenn man jedoch die Ausbauziele der Bundesländer für das Jahr 2020 addiere, komme man auf 80.000 Megawatt Leistung, sagte Albers. Der BWE strebe bis dahin eine Leistung von 50.000 Megawatt an. Dazu sei ein jährliche Zubau von 3.000 bis 3.500 Megawatt notwendig.

Schwierigkeiten sahen die Verbände dagegen beim Ausbau der Offshore-Windenergie. Nach Angaben des VDMA gingen 2011 auf See Anlagen mit einer Gesamtleistung von 108 Megawatt ans Netz, nach 50 Megawatt im Vorjahr. In diesem Jahr erwarte man eine weitere Verdoppelung der neu installierten Offshore-Leistung auf rund 200 Megawatt, sagte der Geschäftsführer von VDMA Power Systems, Thorsten Herdan. Ende des Jahres seien dann voraussichtlich in Deutschland Offshore-Anlagen mit weiteren 2.000 Megawatt Leitung in Bau. Diese Anlagen entsprächen einem Investitionsvolumen von sieben Milliarden Euro. Dennoch bewege sich der Ausbau längst nicht auf dem erwünschten Niveau.

VDMA-Geschäftsführer Herdan beklagte Probleme mit der Haftung der Netzbetreiber bei Störungen in der Anbindung von Offshore-Anlagen. Auch dauere es zum Teil mittlerweile 40 bis 50 Monate, bis die Anlagen einen Netzanschluss erhielten. Unklar sei, wer für die dadurch verursachten Einnahmeausfälle aufkommen. “Offshore geht weiter, aber wir haben Probleme, die wir nicht einfach aussitzen können”, sagte er.

Zudem stellte Herdan das derzeitige Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) infrage. Bei der Förderung nach dem EEG müsse es künftig “um Klasse statt Masse” gehen. Man dürfe nicht weiter nur auf Zubau von Erzeugungskapazitäten schauen, sondern müsse sich auch um die Einbindung der Erneuerbaren in das Gesamtsystem der Stromversorgung kümmern. Man habe nichts davon, am falschen Ort und zu falschen Zeiten immer mehr Strom aus Erneuerbaren zu erzeugen. Man müsse sich im Detail mit dem EEG beschäftigen und sich fragen, wie lange es mit dem Vorrang der Erneuerbaren bei der Netzeinspeisung noch klappen könne.

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