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15.07.2019

Grauer Kapitalmarkt Verbraucherschützer warnen vor leichtfertigen Investments

„Die Betroffenen haben jeweils zwischen 300 und 50.000 Euro verloren.“

Wiesbaden – Immer mehr Finanzdienste nutzen soziale Online-Plattformen, um Anleger zum Kauf von teils unseriösen Finanzprodukten zu gewinnen.

„Wir sehen einen Trend, Produkte des Grauen Kapitalmarkts über Social-Media-Kanäle zu bewerben und zu vertreiben“, sagte Wolf Brandes, Teamleiter bei den Marktwächtern Finanzen der Verbraucherzentrale Hessen, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagausgaben).

Bei den Marktwächtern seien zahlreiche Beschwerden über mehr als 40 Anbieter eingegangen. „Die Betroffenen haben jeweils zwischen 300 und 50.000 Euro verloren“, sagte Brandes. Die Seiten im Internet seien teilweise ausschließlich dafür aufgesetzt worden, um zu betrügen. Optisch seien sie teils hochprofessionell gestaltet, so dass offenbar viele auf die Tricks darauf hereinfallen. „Die meisten sehen das investierte Geld nie wieder.“

Interessenten werden aufgefordert, neue Mitglieder zu werben, um Vergünstigungen bei Mitgliedsbeiträgen zu erhalten. „In etwa zwei Drittel der gemeldeten Fälle vermuten wir, dass das Geschäftsmodell schlicht ein Schneeballsystem ist.“ Geld fließe dann nur, solange die Zahl der Mitglieder kontinuierlich wachse – und zwar aus deren Einzahlungen. „Diese Systeme kollabieren zwangsläufig.“ Die meisten Angebote erreichen die Opfer über Facebook oder Instagram.

Oft sind die Angebote undurchsichtig, so Brandes. „Dieses Marketing hat eine neue Qualität. Anders als zum Beispiel mit der Werbung auf einer Unternehmens-Webseite werden hier Identifikationsfiguren geschaffen, die direkt mit Verbrauchern in Kontakt treten.“ So sprechen die Anbieter mit ihren vermeintlich persönlichen Erfolgsgeschichten vor allem jüngere Verbraucher an. Dies meist in lockerem Tonfall, was auf viele sympathisch wirkt. Sie werben mit einem luxuriösen Lebensstil, posten Bilder von teuren Autos und Traumurlauben. Darüber bauen sie über persönliche Nachrichten, Freundschaftsanfragen oder `Likes` eine Beziehung auf, beschreibt der Verbraucherschützer die Vorgehensweise, von denen Betroffene berichten.

Wer sich einmal für ein solches Angebot interessiert hat, wird die Vermittler nur schlecht wieder los. Verbraucher berichten, dass sie unaufgefordert telefonisch und in sozialen Medien mit unseriösen Angeboten geradezu belästigt wurden.

Die Gauner sind nicht immer sofort zu erkennen. Es gibt jedoch drei typische Merkmale für unseriöse Anbieter, erläutert Brandes: Die Anbieter üben großen Druck aus, dass sich die Angeschrieben schnell entscheiden und investieren sollen. Grundsätzlich sollte jeder interessierte Käufer erst das Impressum prüfen und zudem schriftliche Unterlagen verlangen. Beides werde von unseriösen Anbietern meistens nicht gewährt.

Unter dem Grauen Kapitalmarkt werden grundsätzlich Produkte verstanden, für die keine Genehmigung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) verlangt wird. Die Produkte müssen nur wenige gesetzliche Vorgaben erfüllen. Generell sollten Anleger bei solchen Produkten vorsichtig sein, empfiehlt die BaFin. Die Angebote zeichnen sich meist durch hohe Zins- und Rendite-Versprechen aus, die über dem allgemeinen Marktniveau liegen.

Wer sich betrogen fühlt, sollte den Fall bei der Polizei oder Staatsanwaltschaft anzeigen, rät die Finanzaufsichtsbehörde. Auf Schadenersatz können nur wenige hoffen, aber Verbraucherschützer und BaFin können den Anbietern nachgehen und somit unseriöse Quellen versiegen lassen, um weiteres Unrecht zu verhindern.

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