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Volker Bouffier

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24.02.2013

Bouffier Abschaffen des Sitzenbleibens großer Fehler

Die Erfahrung des Scheiterns gehöre zum „Rüstzeug“.

Wiesbaden – Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hält das in zahlreichen Bundesländern geplante Abschaffen des Sitzenbleibens für einen großen Fehler. „Das Sitzenbleiben einfach abzuschaffen, sei es aus Angst vor den Betroffenen, aus ideologischer Überzeugung heraus oder, noch schlimmer, aus finanziellen Gründen, halte ich für falsch“, schreibt Bouffier in einem Gastbeitrag für die Tageszeitung „Die Welt“ (Montagausgabe).

Der Vater von drei Kindern schreibt, er wünsche „keinem Schüler und keinem Elternteil, mit der Frage der Nichtversetzung konfrontiert zu werden“. Jedoch müsse man akzeptieren, „dass es unterschiedliche Begabungen, unterschiedliche Leistungen und auch Unterschiede in der Leistungsbereitschaft gibt. Wir sollten die Menschen nehmen, wie sie sind und nicht wie sie sein sollen und uns deshalb auch keine Wunschbilder malen, sondern mit der Realität beschäftigen.“

Als Argument für das Sitzenbleiben führt Bouffier ins Feld: „Wo, wenn nicht zuerst in der Schule, lernt ein Kind oder Jugendlicher, dass seine Bemühungen eine unmittelbare Folge haben?“ Das betreffe die „Freude über eine gute Note ebenso wie die Erfahrung, dass die Leistungen nicht ausreichen, um den nächsten Schritt in die höhere Jahrgangsstufe mitzugehen“.

Bouffier zeigt sich in dem Gastbeitrag überzeugt, „dass es gerade für Kinder und Jugendliche demotivierend ist, zu sehen, dass man auch ohne eigenen Einsatz die nächste Stufe erklimmen kann“. Die Erfahrung des Scheiterns gehöre zum „Rüstzeug“ für auf die Schule folgenden Ausbildungsstätten. Um die Nichtversetzungsquote von Schülern zu senken, habe seine Landesregierung mit Erfolg Förderangebote ins Leben gerufen.

Bouffier bekräftigte, dass den jungen Menschen, die trotzdem nicht versetzt würden, „nachdem alle Unterstützungsmaßnahmen erfolglos waren, in letzter Konsequenz weiterhin die Wiederholung eines Schuljahres auferlegt werden können“ sollte. Dies sei als Chance zu begreifen – wie auch das Beispiel des einstigen Sitzenbleibers und heutigen SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück zeige.

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