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Contador mit bangem Blick Richtung Lausanne

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30.01.2012

Tour de San Luis Contador mit bangem Blick Richtung Lausanne

CAS entscheidet am 6. Februar über Dopingsperre.

Madrid/San Luis – Alberto Contador setzte nach seinem erfolgreichen Saisonstart bei der Tour de San Luis auf dem Podium ein breites Grinsen auf. Zwei Etappensiege, dazu der zweite Platz im Gesamtklassement. Bei seinem ersten Renneinsatz seit der so ernüchternd verlaufenen Tour de France vor gut einem halben Jahr zeigte sich der Spanier in beachtlicher Frühform. Gut möglich, dass ihm aber bereits in Kürze das Lachen vergeht, wenn der Internationale Sportgerichtshof CAS ein Urteil in seinem Dopingfall spricht. Am 6. Februar soll nun Klarheit herrschen, der CAS schob das Urteil am Montag noch einmal um einige Tage auf. Im schlimmsten Fall droht dem kleinen König der Berge eine zweijährige Sperre.

“Ich versuche, so wenig wie möglich daran zu denken”, sagte Contador nach seinem siebentägigen Trip in Argentinien. Unmittelbar nach dem Ende der Tour de San Luis begab sich der 29-Jährige flugs nach Madrid. Schließlich könnte dort viel Arbeit auf ihn mit seinen Anwälten warten.

Denn am kommenden Montag – so die letzte Ankündigung aus Lausanne – soll die unendliche Geschichte in der Causa Contador endgültig beendet und ein Urteil gesprochen werden. Ursprünglich war dies für Mitte dieses Monats vorgesehen, doch nach den Spekulationen um eine mögliche Befangenheit des Vorsitzenden CAS-Richters Ephraim Barak aus Israel wurde ein Urteil nochmals aufgeschoben.

Was war passiert? Bei der Anhörung im November war Anti-Doping-Experte Michael Ashenden, einer der Hauptzeugen der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), von den drei CAS-Richtern abgewiesen worden. Ashenden sollte die These von einer möglichen Bluttransfusion des Spaniers stützen, Barak und Kollegen ließen ihn aber nicht. Jener Barak, der ausgerechnet einen Monat vor Prozessbeginn zweimal nach Spanien reiste.

Doch damit nicht genug. Kurz nach den CAS-Verhandlungen fand das erste Teamtreffen von Contadors Rennstall Saxo Bank in Israel statt. RadioShack-Geldgeber Flavio Becca sieht hier einen Zusammenhang: “Ein Israeli leitet den Fall Contador, und Saxo-Bank bestreitet ein Trainingscamp in Israel und wird von der Regierung empfangen. Das sind Fakten, die nicht getrennt werden können. Ich glaube, alles ist schon entschieden”, hatte Becca in der Luxemburger Zeitung “Le Quotidien” gesagt. Der CAS gab allen Parteien daraufhin die Chance, noch einmal mögliche Einwände vorzutragen. Die Contador-Gegner WADA und UCI vertrauen aber der Unabhängigkeit des Gerichts.

Und das Gericht muss entscheiden, ob bei Contador ein Dopingvergehen vorliegt. Beim Spanier waren bei einer Dopingkontrolle am zweiten Ruhetag der Tour geringe Spuren von Clenbuterol festgestellt worden. Der Saxo-Bank-Profi versuchte dies durch den Verzehr eines verunreinigten Stück Rindfleischs zu erklären. WADA und UCI hielten dagegen, führten unter anderem an, dass es 2010 bei 14.179 Fleischkontrollen in Spanien nicht einen positiven Clenbuterol-Fall gegeben habe. Auch wurde eine mögliche Eigenbluttransfusion als Ursache für den positiven Test in Betracht gezogen.

Contador beteuert seine Unschuld, so wie er es schon bei den Anschuldigungen einer möglichen Verwicklung in den Skandal um Dopingarzt Eufemiano Fuentes getan hat. Damals waren seine Initialen wie von Geisterhand aus den Akten verschwunden. Diesmal entscheidet aber nicht irgendein Gericht in Spanien, sondern der CAS.

Ungeachtet des offenen Ausgangs hat Contador bereits Pläne aufgestellt. Die Tour will er ein viertes Mal im Sommer gewinnen. Dafür setzt er in den nächsten Wochen seine Vorbereitungen mit Starts auf Mallorca und bei der Algarve-Rundfahrt fort. Es sei denn, der CAS hat etwas dagegen.

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