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Niklas war da

© Daniel Bockwoldt über dpa

01.04.2015

Bericht Mindestens neun Tote durch Sturm „Niklas“

“Niklas” war einer der stärksten Stürme der vergangenen Jahre.

Berlin – Während des Sturmtiefs „Niklas“ sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz mindestens neun Menschen ums Leben gekommen. Zwar flaute der Sturm in der Nacht langsam ab – Bahnreisende müssen sich aber weiter auf Behinderungen einstellen.

„Denn unser Personal ist noch nicht überall an den Bahnhöfen, wo es planmäßig sein sollte“, sagte eine Bahnsprecherin der Deutschen Presse-Agentur.

„Niklas“ war einer der stärksten Stürme der vergangenen Jahre. Mit Böen von bis zu 192 Stundenkilometern entwurzelte er gestern vielerorts Bäume, er beschädigte Autos, Häuser und Stromleitungen.

In Bayern und Rheinland-Pfalz wurden eine Frau und zwei Männer von auf ihre Autos stürzenden Bäumen erschlagen. In Sachsen-Anhalt starb ein Mann durch eine umstürzende Mauer. Auch in Österreich und der Schweiz gab es zwei Unwettertote. Außerdem gab es mindestens drei Tote bei wetterbedingten Unfällen: Im baden-württembergischen Ostalbkreis starben zwei Männer auf einer schneebedeckten Straße. In Bayern wurde ein Mann bei starkem Hagel auf der Autobahn 95 getötet.

Vielerorts gab es Verletzte: In Weimar kippte ein Baum auf eine Mutter und ihre zwei Töchter, die auf einem Gehweg liefen. Eines der Mädchen im Alter von neun Jahren wurde dabei am Dienstag schwer verletzt.

Der Sturm brachte auch den Straßen-, Schiffs- und Flugverkehr durcheinander. Bundesweit waren Polizisten und Feuerwehrleute im Dauereinsatz. Auf Straßen und Autobahnen blockierten umgekippte Lastwagen und Anhänger den Verkehr. Am Flughafen in Frankfurt am Main fielen mehr als 180 Starts und Landungen aus. Angesichts der Wetterlage müsse auch für Mittwoch mit Einschränkungen im Flugbetrieb gerechnet werden, sagte ein Sprecher. In Hamburg waren 63 Flüge betroffen.

Ein für das Hamburger Elbegebiet erwartete Hochwasser fiel in der Nacht niedriger aus als befürchtet. Das Wasser am Fischmarkt in St. Pauli schwappte bis zum frühen Morgen nicht wie erwartet über die Kaikante. Zuletzt hatten im Januar die Sturmtiefs „Elon“ und „Felix“ für mehrere Sturmfluten an der Nordseeküste und im Elbegebiet gesorgt.

Für gestrandete Fahrgäste hatte die Bahn in mehreren Städten Übernachtungszüge bereitgestellt. In der Nacht seien aber viele Oberleitungen repariert worden, erklärte die Bahn. Gesperrt seien vor allem noch die Strecken zwischen Bremen und Hannover sowie zwischen München, Rosenheim und Salzburg. Für diese Verbindungen habe die Bahn auch noch keine Prognose, wann sie wieder befahrbar seien.

Im schwer von „Niklas“ getroffenen Nordrhein-Westfalen sagte eine Bahn-Sprecherin am Morgen: „Alle Hauptstrecken sind wieder befahrbar.“ Einzelne Verbindungen fielen aber noch aus oder seien verspätet. Nicht alle Züge stünden am richtigen Einsatzort.

Das Orkantief hatte von Westdeutschland aus im Laufe des Dienstags auf den Osten der Republik übergegriffen. Auf der Schiene ging vielerorts nichts mehr. In Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-vorpommern, Brandenburg und Berlin ruhte der Regionalverkehr teilweise seit dem Vormittag ganz. In Deutschlands größtem Bundesland Bayern wurde der Fernverkehr am Nachmittag komplett eingestellt. Anderswo rollte der Verkehr stark gedrosselt.

„Der Orkan Niklas hat die Bahn mit voller Wucht getroffen“, sagte Bahn-Sprecher Achim Stauß. „Wichtig ist, dass wir zum Osterreiseverkehr ab Donnerstag wieder alles in Schuss haben.“

Doch die Bahn ist mit schweren Sturmfolgen konfrontiert: „Die Sturmschäden vor allem an den Oberleitungen sind so großflächig und erheblich, dass es noch mehrere Tage dauern kann, bis wieder alle Linien bedient werden können“, teilte die Bahn am späten Dienstagabend mit.

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