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Werbung für Arabiens Fußball

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03.02.2012

Afrika Cup Werbung für Arabiens Fußball

Mit Bundesliga-Profis Haggui, Allagui und Jemal im Afrika-Cup-Viertelfinale gegen Ghana.

Libreville – Mit der ausgelassenen Stimmung am “Bundesliga-Tisch” ist es seit Mittwochabend vorbei, im tunesischen Afrika-Cup-Quartier “Okueme Palace” in Libreville. Wenn Tunesiens “deutsche” Profis Karim Haggui, Sami Allagui und Ammar Jemal sich morgens beim Frühstück gegenübersitzen, geht es bei ihren Unterhaltungen auch um die schlimmen Ausschreitungen mit 74 Toten im ägyptischen Port Said. Die Stimmung ist auch bei den Tunesiern gedrückt. “Was dort passiert ist, macht uns sehr betroffen, viele haben Freunde in Ägypten und kennen einige Spieler”, sagt der Mainzer Stürmer Allagui.

Ihr Viertelfinale am Sonntag (20.00 Uhr) gegen Ghana wollen sie nun nutzen, um Werbung für den nordafrikanischen Fußball zu betreiben: “Wir als Tunesier wollen ein Zeichen für Arabien setzen und mit guten sportlichen Leistungen zeigen, dass der Fußball im Vordergrund steht”, sagt Allagui. “Ghana ist ein starker Gegner und sicherlich einer der Turnierfavoriten. Aber wir werden uns nicht verstecken. Ich habe ein sehr gutes Gefühl”, sagt Hannovers Innenverteidiger Karim Haggui.

Die drei Bundesliga-Legionäre nehmen allesamt Schlüsselpositionen ein im Team von Trainer Sami Trabelsi, das bislang vor allem mit seiner mannschaftlichen Geschlossenheit überzeugt hat. “Wir haben selbst gemerkt, wie wir von Tag zu Tag besser zusammengewachsen sind. Wir haben zwar keine großen Stars im Team, treten aber als kompakte Einheit auf. Das macht uns stark”, sagt Haggui, der bei seinem insgesamt fünften Afrika-Cup diesmal als tunesischer Teamkapitän aufläuft.

Auch Allagui, der sich im Auftaktspiel gegen Marokko (2:1) eine Knieprellung zuzog und immer noch leicht angeschlagen ist, sieht den Schlüssel zum Erfolg beim Afrika-Cup im Teamspirit: “Es ist krass, wie viele favorisierte Teams bei diesem Turnier an sogenannten Kleinen gescheitert sind. Bei uns ist das ja auch passiert: Marokko mit seinen vielen Stars ist ausgeschieden, wir sind als Mannschaft aufgetreten und weitergekommen.”

Ihr schönes Mannschaftshotel am Stadtrand von Libreville müssen die Tunesier für das Viertelfinale allerdings verlassen. Durch die Niederlage im letzten Gruppenspiel gegen Co-Gastgeber Gabun (0:1) verpassten die Nordafrikaner den Gruppensieg und müssen nun für das Spiel gegen Ghana nach Franceville, etwa 600 Kilometer östlich von Libreville, reisen.

“Wir haben gegen Gabun gleich auf acht Positionen Wechsel vorgenommen. Einige Spieler wollten wir schonen, bei anderen wollten wir nicht die Gefahr einer zweiten Gelben Karte und einer damit verbundenen Sperre für das Viertelfinale eingehen”, erklärt Trainer Sami Trabelsi die Pleite im letzten Vorrundenspiel seines Teams. Einen womöglich entscheidenden Nachteil sieht er allerdings nicht für seine Mannschaft: “Ach, gegen wen wir im Viertelfinale spielen würden, war uns eigentlich egal. Jetzt ist es Ghana – das ist uns recht”, sagt der Trainer forsch.

Ganz ohne Misstöne ging es aber in den letzten Tagen auch bei den Tunesiern nicht ab. Routinier Adel Chedli (35) verließ noch am Abend des letzten Gruppenspiels entrüstet das Teamlager der Tunesier, nachdem er wie in den beiden Spielen zuvor vom Trainer nicht für die Startelf berücksichtigt worden war. Der WM-Teilnehmer von 2006, der auch beim bisher letzten Afrika-Cup-Sieg der Tunesier 2004 schon dabei war, spielte auch schon für den 1. FC Nürnberg. Zu seiner vorzeitigen Abreise sagte er nur: “Der Trainer und ich haben uns nichts mehr zu sagen.”

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