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Wenn Fußball-Profis die Nerven verlieren

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06.04.2010

Wenn Fußball-Profis die Nerven verlieren

Berlin – Ob Stefan Effenberg, Jens Lehmann oder Eric Cantona: Sie alle haben schon einmal die Nerven verloren und ihren Frust an den Fans ausgelassen. Stürmer Paolo Guerrero vom Fußball-Bundesligisten Hamburger SV hat sich mit seinem Flaschenwurf in die Reihe der unrühmlichen Skandale der Fußball-Prominenz nahtlos eingereiht. Der Sport-Informations-Dienst hat die bekanntesten Ausraster von Fußball-Profis und einem Schiedsrichter gegenüber den Fans zusammengestellt:

Der Fall Jens Lehmann (13. Dezember 2009): Ex-Nationaltorwart sieht beim Spiel des VfB Stuttgart beim FSV Mainz 05 (1:1) die Rote Karte, nachdem er FSV-Angreifer Aristide Bance im Strafraum auf den Fuß getreten hatte. Anschließend wird auf dem Weg aus dem Stadion gegenüber einem Fan handgreiflich und reißt dem VfB-Anhänger die Brille von der Nase. Die Staatsanwaltschaft erstattete anschließend Strafanzeige wegen Diebstahls.

Der Fall Stefan Effenberg (27. Juni 1994): Der Mittelfeldspieler wird beim WM-Vorrundenspiel in Dallas gegen Südkorea (3:2) von Trainer Berti Vogts in der 75. Minute ausgewechselt. Die deutschen Fans pfeifen Effenberg aus, worauf dieser den mitgereisten Anhängern den Mittelfinger zeigt. Vogts schließt Effenberg danach von der WM in den USA und vorerst auch von der Nationalmannschaft aus.

Der Fall Thimothee Atouba (6. Dezember 2006): Auch der Kameruner ließ sich in seiner Zeit beim Hamburger SV zum „Stinkefinger“ verleiten. Während des Champions-League-Spiels gegen ZSKA Moskau (3:2) wird der Abwehrspieler wegen seiner lustlosen Vorstellung von den Zuschauern schon während des Spiels ausgepfiffen. Atouba forderte daraufhin seine Auswechslung. Bei seinem Weg auf die Bank wurde der Afrikaner gnadenlos ausgepfiffen, mit Bechern beworfen und offenbar rassistisch beleidigt. Der Abwehrspieler zeigte den Mittelfinger gen Haupttribüne und sah dafür noch nachträglich die Rote Karte. Atouba bekam vom HSV zwei Spiele Sperre und eine hohe Geldstrafe aufgebrummt.

Der Fall Eric Cantona (25. Januar 1995): Es ist wohl einer der „berühmtesten“ Fußball-Ausraster: Der damals für Manchester United spielende ehemalige französische Nationalstürmer ließ sich zu einem brutalen Kung-Fu-Tritt gegen einen Zuschauer hinreißen. Zuvor war Cantona nach seinem Platzverweis von dem Fan des generischen Teams Chrystal Palace beleidigt und bespuckt worden. Für die hässliche Aktion sollte das „Enfant terrible“ des französischen Fußballs eigentlich ins Gefängnis gehen, aber die Strafe wurde noch in 120 Stunden Sozialarbeit umgewandelt. Cantona wurde weltweit für neun Monate gesperrt.

Der Fall Didier Drogba (12. November 2008): Der Stürmer im Diensten des FC Chelsea sorgte mit einer Münzwurf-Affäre für Aufsehen. Drogba hatte seinen Führungstreffer zum 1:0 im Ligapokal gegen den Zweitligisten FC Burnley „etwas zu enthusiastisch“ vor den gegnerischen Fans bejubelt. Der Ivorer schleuderte eine von den Rängen geworfene Münze zurück in den Gästeblock und streckte den Fans zudem seinen Mittelfinger entgegen. Am Ende kassierte Chelsea eine peinliche 4:5-Niederlage im Elfmeterschießen. Der englische Fußball-Verband FA verurteilte den Ivorer zu drei Spielen Sperre.

Der Fall Radoslav Kovac (19. Juli 2008): Der tschechische Abwehrspieler sieht im Trikot von Spartak Moskau die Gelbe Karte für ein Foul an einem Fan. Der Zuschauer war während des russischen Hauptstadt-Derbys zwischen Spartak und Lokomotive über das Spielfeld gerannt und wurde von Kovac mit einem gezielten Tritt zu Fall gebracht.

Der Fall Massimo Busacca (19. September 2009): Auch ein Schiedsrichter kann mal die Nerven verlieren. Der Unparteiische aus der Schweiz zeigte während des Pokalspiels zwischen dem Schweizer Zweitligisten FC Baden und den Young Boys Bern (1:3) den Berner Anhängern den ausgestreckten Mittelfinger. Zuvor war der Tessiner aus dem Young-Boys-Fanblock mit Sprechchören beleidigt worden. Busacca wurde daraufhin vom Schweizerischen Fußball-Verband für drei Spiele aus dem Verkehr gezogen. Der Weltverband FIFA betraute ihn aber anschließend mit der Leitung des WM-Qualifkationsspiels zwischen Russland und Deutschland (0:1).

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