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28.11.2015

Weltklimagipfel Merkel hofft auf verbindliche Verabredungen

Ohne Handeln der Schwellenländer sei das Zwei-Grad-Ziel gar nicht mehr zu erreichen.

Berlin – Bundeskanzlerin Angela Merkel hofft, dass der Weltklimagipfel in Paris ein Abkommen zur CO2-Reduzierung mit einem regelmäßigen Überprüfungsmechanismus beschließt. Sehr viele Staaten hätten im Vorfeld des Gipfels eigene Reduktionsziele bei den CO2-Emissionen vorgeschlagen, erklärte Merkel in ihrem neuen Video-Podcast. Aber diese Vorschläge führten noch nicht zum Ziel der Zwei-Grad-Begrenzung. Die Bundeskanzlerin forderte deshalb verbindlich verabredete Folgeprozesse. Wenn man das erreiche, sei zumindest ein Pfad eingeschlagen, der „noch glaubwürdig vervollständigt werden“ müsse, aber ein Anfang wäre gemacht.

Ohne Handeln der Schwellenländer sei das Zwei-Grad-Ziel gar nicht mehr zu erreichen, sagte die Bundeskanzlerin. Sie begrüße deshalb sehr, dass China mit 2030 jetzt zum ersten Mal einen Reduktionszeitpunkt genannt habe. Damit sei ein neuer Zeitabschnitt eingeläutet. Die Industrieländer hätten die Aufgabe, Technologien zu entwickeln, von denen dann auch Schwellen- und Entwicklungsländer Gebrauch machen könnten. China und Indien schlügen beim Ausbau der erneuerbaren Energien „einen anspruchsvollen Weg“ ein. Mit beiden Staaten arbeite Deutschland auf diesem Gebiet zusammen, erläuterte Merkel.

Die Bundeskanzlerin bekannte sich ausdrücklich zur Finanzierung von Klimaschutzprojekten und Anpassungsvorgängen, um Fluchtbewegungen durch den Klimawandel zu verhindern. Merkel wies zum einen auf die Zusage der Industriestaaten hin, ab 2020 jährlich 100 Milliarden US-Dollar für solche Projekte zur Verfügung zu stellen, zum anderen auf eine Initiative im Rahmen der deutschen G7-Präsidentschaft. Dabei gehe es um eine verbesserte Klima-Risiko-Versicherung, die 400 Millionen Menschen – gerade in Afrika – Schutz in Schadensfällen bieten soll.

Die Bundeskanzlerin widersprach dem Vorwurf, Deutschland verspiele seine Chance, Vorbild für eine nachhaltige Entwicklung zu sein. Merkel verwies auf das „Aktionsprogramm Klimaschutz 2020“, das hundert „zum Teil sehr weitgehende Maßnahmen“ enthalte – gerade auch zur Reduktion der Kohleverstromung. Die Kohle bleibe noch für längere Zeit ein Pfeiler der deutschen Energieerzeugung, aber immerhin sei erreicht, dass die erneuerbaren Energien jetzt schon die größte Säule seien.

Auf dem Verkehrssektor, räumte Merkel ein, habe Deutschland zwar anspruchsvolle CO2-Minderungsziele für die Automobile, allerdings „noch viel zu tun“. Das Ziel, bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf der Straße zu haben, sei nur durch „zusätzliche Förderungen“ erreichbar. Merkel wörtlich: „Darüber reden wir.“

Auch im Bereich der Energieeffizienz könne man noch mehr tun, so die Bundeskanzlerin. Sie sei sehr unzufrieden, dass es nicht gelungen sei, „eine steuerliche Förderung der Gebäudesanierung hinzubekommen“. Der Altbaubestand sei noch ein „schlafender Riese“, was die CO2-Emissionen angehe. „Ich hoffe, dass uns da in Zukunft doch noch was gelingt“, sagte Merkel.

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