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Prozess beginnt mit Hindernissen

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02.04.2012

Weddinger Todesschütze Prozess beginnt mit Hindernissen

Mutmaßlicher Doppelmörder lehnt seinen Verteidiger ab – Fortsetzung des Verfahrens am 4. April.

Berlin – Acht Monate nach den Todesschüssen in Berlin-Wedding verhandelt das Berliner Landgericht gegen den mutmaßlichen Doppelmörder. Zum Auftakt des Verfahrens am Montag wurde nur die Anklage verlesen. Zuvor hatte der Prozess schleppend begonnen, weil der Angeklagte mit einem Antrag seinen Verteidiger ablehnen wollte. Die Richter wiesen dies jedoch zurück.

Dem 25-Jährigen wird zweifacher Mord und dreifacher Mordversuch vorgeworfen. Im August vergangenen Jahres soll er in Berlin-Wedding aus „gekränkter Eitelkeit“ mindestens zwölf Schüsse auf die in einem Auto sitzende Ex-Frau und ihre Familie abgefeuert haben. Mutter und Schwester wurden dabei getötet. Ein Bruder wurde am Kopf von einem Querschläger getroffen. Er konnte nur durch eine Notoperation gerettet werden. Die Ex-Frau und der Verlobte der getöteten Schwester erlitten einen Schock.

Bereits im Vorfeld der Bluttat soll der Angeklagte die späteren Opfer wiederholt bedroht haben. Er steht auch wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht. Im Dezember vergangenen Jahres soll d 25-Jährige in der U-Haft einen schlafenden Mithäftling mit einem Kochtopf mehrfach auf den Kopf geschlagen und erheblich verletzt haben. Der Angeklagte ist wegen eines Gewaltdeliktes vorbestraft und stand unter Bewährung, als er den Mordanschlag im August verübte.

In dem Verfahren treten unter anderem der Witwer und Vater der getöteten Frauen als Nebenkläger auf. „Uns geht es nicht gut. Wir sitzen einem Monster gegenüber“, sagte der Vater. Seine Tochter habe sich rechtmäßig vom Angeklagten scheiden lassen, weil dieser einer anderen Frau nachgestellt habe, betonte er.

Zum Prozessauftakt sorgte der Angeklagte für Aufregung. Nachdem die Richter seinen Antrag auf Abberufung des Verteidigers abgelehnt hatten, wollte der 25-Jährige aus Protest den Gerichtssaal verlassen. Zwei Justizwachtmeister hinderten ihn daran. Zur „Sicherung des Verfahrens“ verlangte sein Anwalt, einen zweiten Pflichtverteidiger zu bestellen. Vor dem Hintergrund des Auftretens seines Mandanten sei eine „vernünftige Verteidigung“ nicht möglich. Über dieses Anliegen soll nun bis zum nächsten Verhandlungstag entschieden werden. Dann soll sich auch der Angeklagte zu den Vorwürfen äußern. Der Prozess wird am 4. April fortgesetzt.

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