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Wechselstimmung in Schleswig-Holstein

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12.04.2012

Wahltrend Wechselstimmung in Schleswig-Holstein

CDU und SPD im Norden gleichauf – Große Koalition oder Rot-Grün plus SSW möglich.

Kiel – Gut drei Wochen vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein verfestigt sich im Norden weiter eine Wechselstimmung: In einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des NDR sehen knapp zwei Drittel der Befragten (64 Prozent) die Zeit reif für einen Regierungswechsel. Das sind neun Prozentpunkte mehr als Ende März. Gut ein Viertel der Schleswig-Holsteiner (26 Prozent) will der Umfrage zufolge, dass CDU und FDP ihre seit 2009 bestehende Koalition auch nach der Wahl am 6. Mai fortsetzen.

Wenn der Kieler Landtag bereits am Sonntag gewählt würde, kämen CDU und SPD auf jeweils 32 Prozent der Stimmen, ergab die Umfrage weiter. Während die Union damit gegenüber Ende März zwei Prozentpunkte verliert, bleibt der SPD-Wert gleich. Die Grünen kommen nur noch auf 12 Prozent und verlieren damit gegenüber Ende März drei Prozentpunkte.

Neu im Landtag vertreten wäre die Piratenpartei. Sie legt um sechs Prozentpunkte zu und kommt aktuell auf elf Prozent. Nicht mehr im Kieler Landtag vertreten wären die Linke mit drei Prozent (minus ein Prozentpunkt) und die FDP. Die Liberalen bleiben im Norden bei vier Prozent. Der von der Fünf-Prozent-Hürde befreite SSW liegt unverändert bei vier Prozent.

Damit erscheinen im nördlichsten Bundesland derzeit zwei Koalitionen möglich. Während es für Rot-Grün nicht reichen würde, ist eine sogenannte Dänen-Ampel beider Parteien mit dem SSW denkbar. Ein Dreierbündnis inklusive der Partei der dänischen Minderheit käme zusammen auf 48 Prozent. Alternative wäre eine große Koalition.

Könnten die Schleswig-Holsteiner ihren Ministerpräsidenten direkt wählen, fiele die Wahl auf SPD-Spitzenkandidat Torsten Albig. Der derzeitige Oberbürgermeister von Kiel kommt aktuell auf 53 Prozent (plus vier Prozentpunkte gegenüber Ende März) und vergrößert damit den Abstand zu seinem Gegenspieler Jost de Jager. Der CDU-Spitzenkandidat büßt bei der Direktwahl-Frage zwei Prozentpunkte ein und kommt nur noch auf 31 Prozent.

Laut der Umfrage wollen aktuell 25 Prozent eine Neuauflage von Rot-Grün. Eine Fortsetzung von Schwarz-Gelb wünschen sich zwölf Prozent der Befragten. 16 Prozent sprachen sich für eine große Koalition aus, vier Prozent für Schwarz-Grün.

Eine Dänen-Ampel wollen nur drei Prozent, ein Bündnis aus Sozialdemokraten und Piraten wollen zwei Prozent. Der Aufstieg der Piraten stößt bei den Schleswig-Holsteinern noch überwiegend auf Skepsis. Zwar würden 43 Prozent einen Einzug der Piraten in den Landtag gut finden, 49 Prozent aber nicht.

Für die Umfrage befragte das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap vom 10. bis 11. April 1.000 wahlberechtigte Schleswig-Holsteiner.

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