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Wassersportwirtschaft will Skippern Einstieg erleichtern

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20.01.2012

Messen Wassersportwirtschaft will Skippern Einstieg erleichtern

Branche sieht noch großes Kundenpotenzial – Messe “boot” startet in Düsseldorf.

Düsseldorf – Kaum ein Markt ist so kontrastreich: Ob millionenschwere Superjacht, ein Segelboot oder das einfache Surfbrett – der Freizeitspaß auf dem Wasser reicht von extrateuer bis erschwinglich. Die ganze Bandbreite des Angebots stellt ab Samstag (21. Januar) wieder die Messe “boot” in Düsseldorf vor. In diesem Jahr will die Branche auf der weltgrößten Wassersportmesse nicht nur Neuheiten präsentieren, sondern auch die Politik in die Pflicht nehmen und für bessere Rahmenbedingungen werben.

Denn die Zahl der Freizeit-Kapitäne könnte nach Einschätzung des Bundesverbandes Wassersportwirtschaft (BVWW) höher sein als bisher. Gut zwei Millionen sind es derzeit, die mit Booten und Jachten über Seen, Flüsse oder an der Küste schippern. “Die Potentiale sind aber bei weitem nicht ausgeschöpft”, sagte BVWW-Präsident Robert Marx am Freitag. “Der Zugang zum Bootssport kann vereinfacht werden, wenn die vorhandenen Hemmschwellen abgebaut werden.”

So hofft der Verband insbesondere darauf, dass künftig Boote bis 15 PS statt bislang nur 5 PS ohne Führerschein gefahren werden können. Über einen entsprechenden Antrag will der Bundestag in Kürze beraten. “Damit würde Deutschland über ein ähnlich liberales Führerscheinsystem verfügen, wie es in Großbritannien, den Niederlanden und Skandinavien besteht”, so Marx. Dann sei mit mehr Interessenten zu rechnen, die den Bootssport kennenlernen wollten.

In den zurückliegenden Jahren konnte die Branche bereits Lockerungen bei den Führerschein-Regelungen durchsetzen. So wurde der Prüfumfang für die Binnen- und Seeführerscheine kräftig von 860 auf 520 Fragen entrümpelt, um Neueinsteiger nicht abzuschrecken. Außerdem lässt sich ein Hausboot inzwischen ohne amtlichen Sportboot-Führerschein fahren – was der Branche laut BVWW jährlich inzwischen rund 35.000 Urlauber in den schwimmenden Wohnungen beschert.

Mit leichteren Zugangsmöglichkeiten will die Branche nicht zuletzt mehr Neulinge mit verbesserten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen locken. Denn bei den Kunden im Trend liegen vor allem Boote und Jachten der unteren bis mittleren Größe sowie gut gepflegte Gebrauchtmodelle dieser Art – und die sind in den letzten Jahren immer erschwinglicher geworden. “Ein großes Angebot und die erheblich gesunkenen Verkaufspreise machen den Gebrauchtbootmarkt attraktiv”, merkte BVWW-Geschäftsführer Jürgen Tracht an.

Mit mehr neuen Kunden hofft die Wassersportwirtschaft auch, die Rückschläge aus der zurückliegenden Finanz- und Wirtschaftskrise zu bewältigen. Zwar legte der Umsatz mit maritimen Gütern und Dienstleistungen 2011 gegenüber dem Jahr zuvor um 2,6 Prozent auf knapp 1,8 Milliarden Euro zu. Doch vom Verkaufsniveau der Vorkrisenjahre 2006/20007 ist die Branche noch weit entfernt.

Dennoch zeigt sich der Wassersportmarkt zur diesjährigen “boot” optimistisch – nicht zuletzt, weil die Stimmung der Verbraucher trotz Euro-Krise und Konjunkturängsten weiterhin gut ist. “Für viele dürften die aktuellen Diskussionen um die Stabilität des Euro sicher auch Anlass sein, in Lebensfreude und werthaltige Anschaffungen zu investieren”, sagte Düsseldorfs Messe-Chef Werner Dornscheidt.

In den komplett ausgebuchten 17 Messehallen in Düsseldorf dürfte es deshalb ab Samstag wieder voll werden. Gut eine Woche lang zeigen dann mehr als 1.600 Aussteller aus 60 Ländern Jachten, Boote, Tauch- und Angelsport-Ausrüstungen sowie Surfbretter. Darüber hinaus werden Ziele für den Wasser-Sporturlaub vorgestellt. Erwartet werden wie in den Vorjahren gut 250.000 Besucher.

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