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Wasserball: „Unterschied zwischen Amateuren und Profis

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26.01.2012

Wasserball Wasserball: „Unterschied zwischen Amateuren und Profis“

Lehrstunde im EM-Viertelfinale von Weltmeister Italien.

Frankfurt/Eindhoven – Als der Traum von der ersten Medaille seit 17 Jahren im EM-Viertelfinale gegen Weltmeister Italien jäh geplatzt war, fanden Deutschlands Wasserballer deutliche Worte. “Gegen Italien hat man den Unterschied zwischen Amateuren und Profis gesehen”, sagte Torhüter Alexander Tchigir und traf mit seiner Aussage nach dem deutlichen 4:9 (1:2, 2:3, 1:3, 0:1) den Nagel auf dem Kopf. Denn dass die Auswahl des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) bei Großturnieren seit Jahren den entscheidenden Sprung in die Weltspitze verpasst, ist auch ein Strukturproblem.

Während sich in der italienischen Profiliga die weltbesten Spieler messen und für Wasserball-Verhältnisse fürstlich entlohnt werden, fristet die Sportart in Deutschland ein Amateurdasein. Bezahlung und Trainingsmöglichkeiten können mit den Bedingungen in den südeuropäischen Ländern sowie in Ungarn und im Balkan, wo Wasserball eine Art Volkssport ist, nicht mithalten.

Dass die DSV-Auswahl trotzdem höhere Ansprüche hat, spricht für Trainer und Spieler. “Wir waren zu blöd und haben nicht richtig gekämpft. Italien hat so gut gespielt, wie es der Gegner zugelassen hat und der hat alles zugelassen”, sagte Bundestrainer Hagen Stamm selbstkritisch und attestierte seiner Mannschaft gewohnt unverblümt die Leistung einer “Frauenmannschaft”.

So ist die EM in Eindhoven ein Spiegelbild der vergangenen Jahre. In der schweren Vorrunde feierte das DSV-Team Achtungserfolge gegen Titelverteidiger Kroatien und Spanien und hatte Mitfavorit Serbien am Rande einer Niederlage. Doch im entscheidenden Moment fehlten Klasse und Cleverness. “Italien war abgebrühter”, stellte der Duisburger Tobias Kreuzmann fest.

Mit einem Sieg zum Abschluss am Samstag (12.00 Uhr) im Spiel um Platz fünf gegen Griechenland kann die Mannschaft immer noch das beste EM-Ergebnis seit der Bronze-Medaille 1995 in Wien erreichen. Zudem ist der Startplatz für das Olympia-Qualifikationsturnier vom 1. bis 8. April im kanadischen Edmonton gesichert. “Das war unser Hauptziel, das haben wir erreicht”, sagte Stamm, der bei den letzten beiden Europameistertiteln 1981 und 1989 noch als Spieler im Wasser aktiv war, etwas versöhnlich.

Bei Olympia in London – die Qualifikation vorausgesetzt – werden Deutschlands Wasserballer erneut versuchen, in die Phalanx der Besten einzubrechen. Doch danach wird die Situation nicht rosiger. Stamm wird seine Tätigkeit als Bundestrainer nach zwölf Jahren beenden. Erfahrene Spieler wie Tchigir oder auch Kapitän und Stamm-Schwiegersohn Marc Politze stehen vor dem internationalen Karriereende. Trotz der insgesamt guten EM steht die Nationalmannschaft vor einer ungewissen Zukunft.

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