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Polnisches Parlament in Warschau

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28.08.2015

Polen Präsident Duda will mehr Nato-Präsenz im eigenen Land

„Ich fürchte nichts.“

Warschau – Polens neuer Präsident Andrzej Duda fordert eine stärkere Präsenz der Nato in Polen und erhofft von Deutschland mehr Engagement für eine Lösung der Ukraine-Krise.

„Ich will vor allem mit dem Bundespräsidenten und der Bundeskanzlerin über die Lage in der Ukraine sowie über die Stärkung der Nato-Präsenz in Polen sprechen. Präsenz im weiten Sinne des Wortes“, sagte Duda im Interview mit der „Welt“ kurz vor seinem Antrittsbesuch bei Joachim Gauck und Angela Merkel (CDU) am Freitag in Berlin.

„Ich fürchte nichts“, betonte der polnische Präsident – auch keine russische Aggression. Gleichwohl sagte er mit Blick auf die Nato-Präsenz in Osteuropa: „Polen ist Mitglied der EU und der Nato. Ich glaube, dass die Nato ihre Ostflanke stärken sollte, um auch den Staaten in Ost- und Mitteleuropa reale Bündnisgarantien zu gewähren, so wie sie im Westen seit eh und je gelten.“

Das Minsker Abkommen habe dem russisch-ukrainischen Konflikt „kein Ende gesetzt“, sagte Duda. Die Kampfhandlungen gingen weiter. Deutschland und Frankreich sollten deshalb gemeinsam mit Polen über eine „neue Friedensregelung nachdenken“ und „gemeinsam handeln und nach wirksamen Lösungen suchen“.

Die europäischen Sanktionen gegen Russland seien „die beste Methode, aggressive Maßnahmen zu stoppen“, so Duda. „Ich bedauere, dass Europas Politiker in dieser Frage nicht mit einer Stimme sprechen.“ Für den Fall, dass Russland weiterhin schwere Waffen und Soldaten in die Ukraine bringe, schließt Duda auch Waffenlieferungen an die Ukraine nicht ausdrücklich aus. „Der Westen sollte alles tun, um Russland von einem solchen Verhalten abzubringen.“

Er habe „Vorschläge“, aber „keine Wünsche“, sagte Duda mit Blick auf sein Treffen mit der Kanzlerin. Die deutsch-polnischen Beziehungen bräuchten „keine ruckartigen Veränderungen“.

Das Verhältnis zu Deutschland sei für ihn „eine persönliche Angelegenheit“. Er habe in der Bundesrepublik viele Freunde, „so wie viele meiner Landsleute, die ein gutes Verhältnis zu ihren deutschen Nachbarn haben“, sagte Duda, der mit einer Deutschlehrerin verheiratet ist.

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