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Warnstreiks behindern Betrieb an Flughäfen

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27.03.2012

Tarife Warnstreiks behindern Betrieb an Flughäfen

Bsirske: Stehen an einer „Wegscheide“ – Warnstreiks in drei Bundesländern.

Berlin – Einen Tag vor Beginn der entscheidenden Verhandlungsrunde im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes hat die Gewerkschaft ver.di mit Warnstreiks an deutschen Flughäfen den Druck auf die Arbeitgeber deutlich erhöht. Am frühen Dienstagmorgen legten Mitarbeiter unter anderem an Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt am Main die Arbeit nieder. Hunderte Flüge fielen aus. Zudem traten Beschäftigte von Kindertagesstätten, Stadtreinigung und Ämtern in Rheinland-Pfalz, dem Saarland und in Hamburg in den Ausstand.

Die geplant letzte Verhandlungsrunde beginnt am Mittwoch in Potsdam. Ver.di verlangt für die rund zwei Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen 6,5 Prozent mehr Lohn, mindestens aber einen Zuschlag von 200 Euro monatlich. Die Arbeitgeber haben 3,3 Prozent mehr Geld über zwei Jahre.

Ver.di-Chef Frank Bsirske forderte die Arbeitgeber erneut auf, ihre Haltung zu ändern. Andernfalls werde es eine Urabstimmung und einen weiteren Arbeitskampf geben. „Wir stehen an einer Wegscheide“, sagte Bsirske bei einer Kundgebung am Frankfurter Flughafen. Die zweitägigen Gespräche in Potsdam seien das „Finale der Verhandlungen“.

Der Verhandlungsführer des Bundes, Innenminister Hans-Peter Friedrich, nannte die Ausweitung der Streiks auf Flughäfen eine „unangemessene Reaktion“. „Da wir ein substanzielles Angebot gemacht haben, ist es ungerechtfertigt, die Bevölkerung jetzt mit diesen Streiks zu malträtieren“, sagte der CSU-Politiker der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Dienstagausgabe).

Am Frankfurter Flughafen legten die Angestellten der Flugabfertigung von 5.00 Uhr an die Arbeit nieder. Der Warnstreik sollte bis zum frühen Nachmittag dauern. Wie ein Flughafensprecher sagte, hat allein die Lufthansa wegen des Ausstands 426 Flüge von und nach Frankfurt gestrichen.

Auch an den Flughäfen Köln/Bonn, Düsseldorf, München, Bremen, Hannover, Münster-Osnabrück, Dortmund und Stuttgart begannen am Morgen mehrstündige Warnstreiks von Passagier- und Gepäckabfertigung und anderer Bodendienste. An den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld beteiligten sich Mitarbeiter des Dienstleisters Globeground an dem Arbeitskampf.

Im Saarland trat am Morgen die Müllabfuhr in Saarbrücken in einen ganztägigen Streik. Auch Müllwerker in anderen großen Städten legten die Arbeit nieder. Bestreikt wurden auch Ämter, Kindergärten, Krankenhäuser und Theater. Auf einer Kundgebung in Saarbrücken sollte am Mittag ver.di-Chef Bsirske zu den Streikenden sprechen.

In Rheinland-Pfalz war der Nahverkehr vom Streik betroffen. In Mainz, Kaiserslautern, Pirmasens, Trier und weiteren Städten blieben die Straßenbahnen und Busse in den Depots, wie ein ver.di-Sprecher sagte. Gestreikt wurde auch in Kindergärten in Mainz und Ludwigshafen. Die Gewerkschaft erwartete, dass sich 8.000 Beschäftigte an den Ausständen beteiligten.

In Hamburg legten Mitarbeiter von Kindertagesstätten, der Stadtreinigung und der Bundesagentur die Arbeit nieder. Die Recyclinghöfe der Stadt sollten geschlossen bleiben. Zu einer Kundgebung vor der Elbphilharmonie in der Hafencity wurden am Vormittag bis zu 2.000 Teilnehmer erwartet, wie eine Sprecherin der Gewerkschaft ver.di sagte. Im Anschluss war ein Demonstrationszug zum Messegelände geplant.

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