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Wallraff-Aufnahmen dürfen weiter gezeigt werden

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20.01.2012

Wallraff Wallraff-Aufnahmen dürfen weiter gezeigt werden

Wallraff hatte 2008 verdeckt in dem Betrieb gearbeitet und mehrere Missstände aufgedeckt.

Mainz/Köln – Filmaufnahmen des Enthüllungsjournalisten Günter Wallraff aus einer ehemaligen Hunsrücker Großbäckerei dürfen weiter im Südwestrundfunk (SWR) gesendet werden. Das Unternehmen habe eine entsprechende einstweilige Verfügung beim Landgericht Köln zurückgenommen, teilte der SWR am Freitag in Mainz mit. Anlass des Verfahrens war ein Bericht in der Sendereihe “Zur Sache Rheinland-Pfalz!”, über das Strafverfahren gegen den früheren Geschäftsführer der Bäckerei.

Wallraff hatte 2008 verdeckt in dem Betrieb gearbeitet und mehrere Missstände aufgedeckt. Die rechtliche Folge der Enthüllungen war ein Strafverfahren gegen den Chef. Ihm wird fahrlässige Körperverletzung wegen der Verletzung von Arbeitsschutzvorschriften vorgeworfen.

Der 69-jährige Wallraff begrüßte den Rückzug des Unternehmers. Er habe den Eindruck, dass der Fabrikant die Medien von einer kritischen Berichterstattung abhalten wolle, sagte Wallraff der Nachrichtenagentur dapd in Köln. Zeugen sollten eingeschüchtert werden. “Er versucht sich offensichtlich durch immer neue Befangenheitsanträge und Krankmeldungen seit über zwei Jahren einem Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung zu entziehen.”

Der SWR argumentierte, dass es ein klares öffentliches Interesse an den in der Bäckerei entstandenen Aufnahmen gebe. Dazu gehörten auch Bilder, die eine Brandwunde am Arm von Wallraff zeigten. Laut Sender habe die Bäckerei die Echtheit der Verletzung angezweifelt und behauptet, sie sei “eine maskenbildnerische Inszenierung” gewesen.

Nach Angaben von Wallraff wurde auch ein Antrag gegen einen früheren Mitarbeiter des Unternehmens zurückgezogen. Vor zwei Wochen hatte sich Wallraff selbst mit dem Unternehmer auf einen Vergleich geeinigt. Demnach musste der Schriftsteller einige Beschuldigungen abmildern.

So darf er nicht mehr sagen, dass sich der Fabrikant einer Verurteilung wegen fahrlässiger Körperverletzung entziehen will. Außerdem will er statt “alle hatten Verbrennungen” nur noch sagen, dass nach seiner Auffassung “fast alle” Kollegen in der Brotfabrik Verbrennungen hatten.

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