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Jung bleibt Oberbürgermeister in Leipzig

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17.02.2013

Wahlen Jung bleibt Oberbürgermeister in Leipzig

Sieger fordert Änderung des sächsischen Wahlgesetzes.

Leipzig – Amtsinhaber Burkhard Jung (SPD) bleibt Leipziger Oberbürgermeister. Er habe mit 45,0 Prozent der Stimmen die zweite und entscheidende Runde der Wahl gewonnen, teilte die Wahlleitung am Sonntagabend in Leipzig mit. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Horst Wawrzynski (parteilos, für die CDU) mit 28,7 Prozent und Barbara Höll (Die Linke) mit 14,2 Prozent der abgegebenen Stimmen. Jung bleibe damit das politische Oberhaupt der zweitgrößten Stadt Ostdeutschlands für die kommenden sieben Jahre.

Für den Sieg reichte ihm dieses Mal die einfache Mehrheit. Die Wahl war nötig geworden, weil keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang vor drei Wochen die absolute Mehrheit erreichte. Etwa 435.000 Leipziger waren zum zweiten Mal in diesem Jahr aufgerufen, einen neuen Oberbürgermeister zu wählen. Es standen fünf Kandidaten auf dem Wahlzettel. Die Wahlbeteiligung war mit 34,2 Prozent um 2,5 Punkte höher als beim zweiten Urnengang 2006. Vor drei Wochen hatten noch 40,7 Prozent der Berechtigten ihre Stimme abgegeben.

Jung will Wirtschaft und Infrastruktur stärken

Trotz Sieg hat Jung an Popularität eingebüßt. Bei seiner ersten Wahl vor sieben Jahren erreichte er noch 51,6 Prozent der Stimmen. „Ich freue mich“, sagte Jung in einer ersten Reaktion unter dem Beifall seiner Anhänger im Leipziger Neuen Rathaus. Er habe bereits im Wahlkampf viel Zustimmung gespürt. Nun seien die wichtigsten Aufgaben, die Wirtschaft sowie die Infrastruktur weiter zu stärken. „Außerdem stehen die Themen Kitaausbau und Schulen ganz oben auf meinem Programm“, sagte der wiedergewählte Oberbürgermeister. Zudem forderte er, das sächsische Wahlgesetz zu ändern. „Wir brauchen im zweiten Wahlgang eine Stichwahl“, sagte er. Dann würden auch wieder mehr Menschen beim zweiten Wahlgang ihre Stimme abgeben.

Die beiden schärfsten Konkurrenten von Jung, der CDU-Kandidat Wawrzynski und die Linke Höll nahmen ihre Niederlagen gelassen. „Ich bin nicht enttäuscht“, sagte Wawrzynski. Das sei eben Demokratie, die Wähler hätten so entschieden. Der ehemalige Polizeipräsident kündigte an, sich in Zukunft nicht mehr intensiv in die Politik einmischen zu wollen. „Ich bin zufrieden mit dem Wahlkampf, bei den Älteren sind wir gut angekommen“, sagte Höll. Sie hätte die Armut in der Stadt thematisiert und hoffe nun, dass sich Jung stärker darum kümmert, sie abzubauen. „Ich habe sehr viel Resignation gegenüber politischen Themen gespürt“, sagte sie zu den Gründen ihrer Niederlage.

Neben den drei Kandidaten Jung, Wawrzynski und Höll standen noch der Grünen-Politiker Felix Ekardt sowie Dirk Feiertag (parteilos) auf den Wahlzetteln. Sie erreichten abgeschlagen 6,9 und 5,2 Prozent der Stimmen. Ren Hobusch (FDP) hatte seine Kandidatur bereits nach dem ersten Wahlgang zurückgezogen.

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