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Anastasiadis wird neuer Präsident Zyperns

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24.02.2013

Stichwahl Anastasiadis wird neuer Präsident Zyperns

Konservativer gewinnt Stichwahl.

Nikosia – Machtwechsel in Zypern: Der Konservative Nikos Anastasiadis ist am Sonntag zum neuen Präsidenten des vom Staatsbankrott bedrohten Euro-Landes gewählt worden. Nach dem vorläufigen Endergebnis sicherte er sich bei der Stichwahl 57,48 Prozent der Stimmen, sein Gegner Stavros Malas, der von der kommunistischen Akel-Partei des amtierenden Präsidenten Dimitris Christofias unterstützt wurde, kam auf 42,52 Prozent. Anastasiadis fällt nun die Aufgabe zu, sein Land aus der Krise zu führen. Er tritt sein Amt als Staats- und Regierungschef am kommenden Freitag an.

Malas gestand seine Niederlage am Abend ein. „Ich gratuliere Herrn Anastasiadis zum Wahlsieg. Jetzt hat die Einheit des zyprischen Volkes Vorrang. Wir bieten der Regierung Anastasiadis unsere Unterstützung an, wo sie unsere Unterstützung verdient“, sagte Malas. Anastasiadis‘ Sprecher Tassos Mitsopoulos lud alle politischen Kräfte ein, sich der Regierung anzuschließen, sofern sie Reformen in der Wirtschaft wollten. „Wir haben ein starkes Mandat erhalten. Jetzt geht es darum, eine Regierung der nationalen Rettung zu bilden“, sagte er. Die Anhänger des konservativen Politikers feierten am Abend auf den Straßen den Wahlsieg. Viele schwenkten zyprische und griechische Flaggen und fuhren in Autokorsos hupend durch die Hauptstadt Nikosia.

Anastasiadis, der bereits den ersten Wahlgang am vergangenen Sonntag klar gewonnen hatte, muss mit den internationalen Geldgebern ein Rettungspaket aushandeln und dafür die harten Sanierungsauflagen der Troika aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) umsetzen. Als Befürworter eines Sparkurses galt der pro-europäische Anastasiadis bereits im Vorfeld der Wahl als Wunschkandidat vieler europäischer Regierungschefs. Auch zu Bundeskanzlerin Angela Merkel hat der 66-Jährige gute Beziehungen. Sein Land ist auch auf die Hilfe der EU-Partner angewiesen. Schätzungen zufolge braucht das seit zwei Jahren von den internationalen Finanzmärkten abgeschnittene Zypern bis zu 17,5 Milliarden Euro – die Summe entspricht seiner jährlichen Wirtschaftsleistung – und soll vor allem den zyprischen Bankensektor retten, der von der Krise im benachbarten Griechenland hart getroffen wurde.

Beide Kandidaten hatten bei ihrer Stimmabgabe am Sonntagmorgen von einer Richtungsentscheidung für Zypern gesprochen. „Heute entscheidet das zyprische Volk. Zypern steht am Scheideweg. Ich rufe die Zyprer auf, zur Wahl zu gehen und eine gültige Stimme abzugeben. Heute geht es darum, dass das Land die Vergangenheit hinter sich lässt“, sagte Anastasiadis in seiner Heimatstadt Limassol. Malas betonte, dass die Bürger bei der Wahl über Zyperns Zukunft in Europa abstimmen würden.

Obwohl das kleine Land nur für rund 0,2 Prozent der Wirtschaftsleistung der Eurozone verantwortlich ist, haben die Finanzprobleme des Landes die Furcht vor einem neuen Aufflammen der Schuldenkrise in Europa genährt.

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