Nachrichten und Schlagzeilen aus aller Welt - Politik - newsburger.de

Sahra Wagenknecht

© Deutscher Bundestag / Lichtblick / Achim Melde

14.02.2014

Wagenknecht Märkte in bestimmten Bereichen unersetzlich

„Ein originär linkes Ziel“ sei es, „Wohlstand für alle zu erreichen“.

Berlin – Sahra Wagenknecht, stellvertretende Parteivorsitzende der Partei „Die Linke“, hat sich im Interview mit dem „Handelsblatt“ (Freitagausgabe) zur Marktwirtschaft bekannt: „Märkte sind in bestimmten Bereichen unersetzlich“, sagte Wagenknecht. Sie fügte aber hinzu, dass Märkte in manchen Bereichen, wie dem Finanzsektor, nicht funktionierten.

In Bezug auf die Thesen des früheren CDU-Bundeswirtschaftsministers und Kanzlers Ludwig Erhard sagte Wagenknecht, „ich glaube, dass sein Anspruch, `Wohlstand für alle` zu schaffen, Märkte Regeln zu unterwerfen und Wirtschaftsmacht zu beschneiden, richtig war.“ Weiter sagte sie, es sei „ein originär linkes Ziel, Wohlstand für alle zu erreichen“.

Den Wandel ihrer politischen Ansichten erklärte die einstige Wortführerin der Kommunistischen Plattform damit, dass sie sich im Zuge ihrer Dissertation „tiefer in die Materie eingearbeitet“ habe. „Früher dachte ich, dass eine Verstaatlichung der gesamten Wirtschaft sinnvoll ist.“ Der Grund, warum sie das heute anders sehe, sei „schlicht die Erfahrung“.

Mit Blick auf aktuelle Tarifverhandlungen und Lohnforderungen der Gewerkschaften sagte Wagenknecht, die Löhne müssten „kräftig steigen“. Diese hätten sich in den vergangenen 15 Jahren schlecht entwickelt, „in vielen Jahren lag die Lohnsteigerung sogar unter der Inflationsrate. Der Verteilungsspielraum wurde außer 2012 nie ausgeschöpft.“

Vor dem Europaparteitag der Linken, der an diesem Wochenende in Hamburg stattfindet, bekräftigte Wagenknecht zudem ihre Kritik am Euro. Man müsse „konstatieren, dass die Währungsunion so, wie sie jetzt ist, nicht funktioniert“. Sie plädiert für „europäische Regeln, die alle Länder nicht nur zu bestimmten Steuern verpflichten, sondern auch dafür sorgen, dass die Löhne überall mindestens entsprechend der Produktivität steigen“.

Ohne eine Koordination „wird die Währungsunion früher oder später auseinanderfliegen. Dann werden Länder, die dem Wettbewerbsdruck nicht gewachsen sind, ausscheiden.“

Weitere interessante Artikel

Unterstützen durch teilen: Sie können unsere Arbeit ganz einfach unterstützen indem Sie diesen Artikel auf einer der folgenden Social Media Plattformen teilen. Jeder geteilte Artikel hilft uns. Dankeschön!
Google+

© dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

URL zum Artikel: newsburger.de/wagenknecht-maerkte-in-bestimmten-bereichen-unersetzlich-69238.html

Weitere Nachrichten

Norbert Walter-Borjans SPD

© Finanzministerium NRW / CC BY-SA 3.0

SPD Walter-Borjans zeigt Sympathie für Vermögenssteuer

Nachdem die SPD die von Parteilinken vorgeschlagene Erhebung einer Vermögensteuer von einer Kommission prüfen lassen will, zeigt der scheidende ...

Al Nur Moschee

© über dts Nachrichtenagentur

SPD Barley will neue Aussteigerprogramme für Islamisten

Familienministerin Katarina Barley will die Extremismus-Prävention neu ausrichten. "Ich sehe großen Bedarf für Präventionsprojekte vor allem im Bereich des ...

Vier junge Leute auf einer Treppe

© über dts Nachrichtenagentur

Rentenkonzept CSU wirft SPD Benachteiligung der jüngeren Generation vor

Nach dem SPD-Parteitag in Dortmund hat CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt den Sozialdemokraten vorgeworfen, die jüngere Generation zu ...

Weitere Schlagzeilen