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Sahra Wagenknecht

© Sven Teschke / CC BY-SA 3.0 DE

22.01.2015

Anti-Islam-Proteste Wagenknecht empfiehlt Dialog mit Pegida-Anhängern

Wagenknecht bestritt zudem, dass Pegida spezifisch ostdeutsch sei.

Halle – Die stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Sahra Wagenknecht, hat dafür plädiert, mit den Anhängern der Pegida-Bewegung zu reden.

„Die Organisatoren von Pegida schüren rassistische Ressentiments und machen Stimmung gegen Flüchtlinge“, sagte sie der in Halle erscheinenden „Mitteldeutschen Zeitung“ (Donnerstag-Ausgabe) und kämen deshalb für Gespräche nicht in Betracht.

„Aber es gibt eine Reihe von Leuten, die da hingehen, weil sie die herrschende Politik ablehnen, weil sie empört sind über prekäre Jobs und miese Renten. Sie haben das Gefühl, da ist endlich mal eine Protestbewegung. Natürlich muss man mit diesen Leuten reden und ihnen deutlich machen, dass das nicht einfach eine Protestbewegung ist, sondern eine Bewegung, die Protest genau in die falsche Richtung lenkt, die Sündenböcke sucht, statt die wirklich Schuldigen und die Profiteure zu nennen.“

Wagenknecht bestritt zudem, dass Pegida spezifisch ostdeutsch sei. „Natürlich ist es besonders absurd, wenn ausgerechnet in Dresden, wo nahezu keine Muslime leben, vor der Islamisierung des Abendlandes gewarnt wird“, betonte sie gegenüber dem Blatt aus Halle.

„Aber Befragungen der Pegida-Teilnehmer zeigen, dass vielen das Thema Islam und Zuwanderung ziemlich egal ist. Natürlich gibt es auch Ressentiments, aber die findet man im Westen genauso.“

Der Fraktionsvorsitzende Gregor Gysi hatte zuletzt einen anderen Akzent gesetzt und erklärt, der besondere Zulauf für Pegida im Osten sei eine Reaktion auf die Überforderung der Ostdeutschen nach der Wende.

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