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Wähler unbeeindruckt vom Gauck-Coup der FDP

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02.03.2012

Wahltrend Wähler unbeeindruckt vom Gauck-Coup der FDP

Partei verharrt bei drei Prozent – Rösler unbeliebt – Sehnsucht nach großer Koalition.

Köln – Der Erfolg der FDP beim Präsidenten-Poker mit der Union lässt die Wähler kalt. Im aktuellen ARD-„Deutschlandtrend“ sagten 67 Prozent der Befragten, dass den Liberalen ihr Eintreten für Joachim Gauck als Präsidentschaftskandidat am Ende nichts nützen wird. Nur 23 Prozent sehen das anders, wie der WDR am Donnerstag in Köln mitteilte. In der Sonntagsfrage bleibt die FDP weit von der Fünf-Prozent-Hürde entfernt, ihr Parteichef Philipp Rösler ist deutlich unbeliebter als viele andere Spitzenpolitiker.

Rösler und die Liberalen hatten am vorletzten Wochenende gegen Bedenken in der Union durchgesetzt, dass Gauck gemeinsamer Kandidat von Union, FDP, SPD und Grünen für die Bundespräsidentenwahl wird. Während die FDP damit wenig Wählersympathie sammelte, zollen die Bürger der Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Respekt: Dass Angela Merkel dem Koalitionspartner nachgab, finden 81 Prozent der Deutschen „vernünftig“.

Der Verdruss über die FDP und die Vorliebe für die Union zeigen sich auch in der sogenannten Sonntagsfrage: Danach käme die FDP wie im Vormonat auf nur drei Prozent und wäre nicht mehr im Bundestag vertreten, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre. Die Union legt leicht zu auf 37 Prozent (plus 1 Punkt), die SPD landet bei 28 Prozent (minus 1). Die Grünen kommen auf 14 Prozent (minus 1). Die Linke liegt wie im Vormonat bei 7 Prozent, auch die Piraten würden mit 7 Prozent (plus 1) in den Bundestag einziehen.

Der FDP-Vorsitzende und Bundeswirtschaftsminister Rösler ist derzeit Schlusslicht im Politiker-Ranking des „Deutschlandtrends“. Nur 21 Prozent der Befragten sind mit seiner Arbeit zufrieden (plus 3). Sein Verhalten in der Kandidatenkür hat 43 Prozent der Deutschen positiv überrascht, 46 Prozent teilen diese Auffassung nicht.

Keine Lust mehr auf Schwarz-Gelb

Derweil bleibt die Bundeskanzlerin die beliebteste Politikerin Deutschlands. 62 Prozent (minus 2) der Befragten sind mit ihrer Arbeit zufrieden.

Die schwarz-gelbe Koalition insgesamt ist aber nicht besonders beliebt. 53 Prozent der Befragten finden, sie befinde sich in schlechtem Zustand, 22 Prozent halten den Zustand sogar für sehr schlecht. Trotzdem gehen 82 Prozent der Wähler davon aus, dass die Koalition bis zum Ende der Legislaturperiode hält.

Nach der nächsten Bundestagswahl hätten die Deutschen am liebsten eine große Koalition: 53 Prozent fänden dieses Bündnis aus Union und SPD gut. 44 Prozent hegen Sympathie für eine rot-grüne Koalition, Schwarz-Grün fänden 25 Prozent gut. Es folgt eine Neuauflage von Schwarz-Gelb mit 23 Prozent vor der Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP mit 16 Prozent.

Für die Erhebung befragte das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap 1.004 wahlberechtigte Bürger, für die Sonntagsfrage 1.504.

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