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16.03.2010

W3C-Tag 2010: Lücken im Web schließen

Berlin (pressebox) – Auch in diesem Jahr setzt das Deutsch-Österreichische W3C-Büro seine Kooperation mit den Xinnovations, der Konferenz für netzbasierte Systeme in Form eines öffentlichen Thementages fort. Damit wird erneut bestätigt, dass der Thementag im Zusammenhang mit den Xinnovations eine ideale Plattform für den Dialog von W3C-Mitgliedern und interessierter Fachöffentlichkeit über Webtechnolgien und Standardisierung ist.

Auf dem W3C-Tag 2009 wurde unter dem Motto „Das Web der Daten und das Web der Menschen“ die Spannung zwischen aktuellen Technologieentwicklungen thematisiert: Semantic Web einerseits und HTML andererseits. Diese Spannung besteht nach wie vor, aber in den letzten Monaten wurden große Anstrengungen unternommen, die Lücke zu schließen. Der W3C-Tag 2010 liefert Details zu zentralen Aspekten, die im Folgenden kurz dargestellt werden. RDFa ist eine Schlüsseltechnologie, um Semantic Web basierte Informationen in HTML zu integrieren. Seit diesem Jahr hat das W3C begonnen, die Nutzung von RDFa in HTML5 in einer eigenen Arbeitsgruppe zu standardisieren. Der W3C-Tag 2010 wird einen Zwischenbericht zu diesem wichtigen Verbindungsglied für die beiden Bereiche des Web geben.

Obwohl es noch kein fertiger Standard ist, hat HTML5 bereits einen Siegeszug ohnegleichen angetreten. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass die Entwicklung durch Implementationen in aktuellen Browsern vorangetrieben wird. Auf dem W3C-Tag werden deshalb Browserentwickler zu Wort kommen und Einsichten in den aktuellen Stand bieten. Nicht nur zwischen HTML5 und dem Semantic Web gilt es Lücken zu schließen – auch eine Annäherung von Nutzern des Web zu Webstandardisierung hat beim W3C eine wachsende Priorität. Deshalb werden beim W3C-Tag 2010 in einem besonderen Maße die Stimmen der Webentwickler ein Podium erhalten, die selten direkt am Standardisierungsprozess beteiligt sind.

Eine weitere Community, die auf dem W3C-Tag 2010 vertreten sein wird, sind Nutzer von Semantic Web Technologien. Auch sie sind in W3C-Arbeitsgruppen selten unmittelbar präsent, bieten aber eine unverzichtbare Voraussetzung für den breiten Einsatz der neuen Technologien. Ein großer Fokus wird in diesem Jahr auf Communities aus dem Bibliotheksbereich gelegt, da hier der Ansatz des „Linked Data“ in einem rasanten Tempo an Bedeutung gewinnt.

Eine besondere Lücke, die zugleich eine Klammer für die bisher genannten Technologie- und Nutzerbereiche bildet, besteht noch im „Multilingual Web“. Es gilt dabei, den Zugang zum Web über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg für jeden zu ermöglichen, sei es mittels HTML, im Semantic Web, und für alle vorgestellten Nutzergruppen. Das W3C wird in diesem Jahr neue Aktivitäten zum „Multilingual Web“ beginnen, die auch auf dem W3C-Tag 2010 präsentiert werden. Es besteht die Hoffnung, dass sich beim W3C-Tag aus diesem Thema Synergien ergeben, welche dem Motto der Gast gebenden „Xinnovations – better by networking“ sogar über Sprach- und Ländergrenzen hinweg gerecht werden.

Die Xinnovations sind das permanente Innovationsforum für netzbasierte Informationstechnologien. Highlight ist die jährlich stattfindende gleichnamige Konferenz, die Wirtschaft und Wissenschaft zum Dialog zusammenführt. Um Impulse der Konferenz in innovative Projekte zu überführen, wird der Dialog in realen und virtuellen Foren fortgesetzt. Die Xinnovations 2010 finden statt vom: 13. – 15. September 2010 in der Humboldt-Universität zu Berlin.

Das World Wide Web Consortium (W3C) wurde gegründet, um alle Möglichkeiten des Web zu erschließen. Dazu werden einheitliche Technologien (Spezifikationen, Richtlinien, Software und Tools) entwickelt, die den Fortschritt des Webs fördern und seine Interoperabilität sicherstellen. Das Deutsch-Österreichische Büro (W3C.DE/AT) des W3C ist der regionale Ansprechpartner im deutschsprachigen Raum.

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