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Von Dortmund abschauen erlaubt

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09.03.2012

FC Bayern München Von Dortmund abschauen erlaubt

Heynckes fordert Dortmunds Meister-Rezept: Willen, Engagement und Selbstvertrauen.

München – Der Fokus bei Bayern München, zumindest das kann man Jupp Heynckes nicht zum Vorwurf machen, lag in dieser Woche auf dem Wesentlichen. Keine Einzelinterviews, keine Pressetermine: Vier Trainingseinheiten auf dem Platz, das war’s. Alle kritischen Fragen vor der „Woche der Wahrheit“ federte der Trainer selbst in gewohnt altersmilder Art und Weise ab – und überraschte mit einer plötzlichen Kampfansage. „Die Meisterschaft habe ich nicht abgeschrieben“, sagte der 66-Jährige. Ab dem Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr) gegen 1899 Hoffenheim seien aber Willen, Engagement und Selbstvertrauen vonnöten – Attribute, die Dauerrivalen Dortmund auszeichnen.

„Ich will die Mannschaft wieder dorthin führen, wo sie im ersten Drittel der Saison war“, sagte Heynckes. Damals zeichneten Geschlossenheit, Spielwitz, Disziplin und ungebremste Torlaune das Starensemble aus. 21:1 Tore hatten die Bayern nach sieben Spieltagen auf dem Konto, nach derselben Anzahl an Rückrundenspielen sind es 8:6. „Natürlich bin ich in dieser Situation mehr als unzufrieden, aber es sind noch zehn Spiele bis zum Saisonende“, rief Heynckes daher erneut in Erinnerung: „Wir können noch Dinge erreichen, die jetzt noch in weiter Ferne sind.“

Dafür, das ist den schweigenden Spielern und auch den Bossen klar, zählt die kommende Woche wie bisher keine andere: Eine weitere Niederlage gegen Hoffenheim, und die Meisterschaft wäre endgültig passé. Ein Ausrutscher gegen den FC Basel, und der Traum vom Heimfinale in der Champions League wäre ebenso dahin. Grund für Optimismus gibt immerhin, dass der genesene Bastian Schweinsteiger am Samstag wohl zumindest auf der Bank sitzen wird. Zudem steht ein Heimspiel gegen eine offensiv ausgerichtete Mannschaft an. „Sie werden auf keinen Fall mauern“, sagte Heynckes. Das liegt den Bayern. Eigentlich.

„Im Moment sollten wir uns ganz auf uns konzentrieren und einfach Spiele gewinnen“, sagte der ehemalige Hoffenheimer Luiz Gustavo auf der Homepage des kommenden Gegners. So wie es Borussia Dortmund in beeindruckender Weise Woche für Woche praktiziert.

Sieben Spiele, sieben Siege, 17:4 Tore – und dafür muss Dortmund nicht immer schön spielen. Das vor Motivation strotzende Team von Jürgen Klopp versteht es, in den entscheidenden Momenten das Richtige zu tun. Von einem Ausgleich in der 74. Minute wie beim 2:1 gegen Mainz lässt sich der Meister ebenso wenig aus der Ruhe bringen wie von einem müden 0:0 zur Halbzeit gegen Hertha BSC. Lewandowski, Kagawa, Großkreutz – einer trifft schon. Bei Bayern aber „spielen alle derzeit unter Niveau“ (Franz Beckenbauer). Statt zu laufen und zu ackern wird gezickt und gemeckert. „Man muss das Tor auch mal erzwingen“, sagte Heynckes. Vor allem der kriselnde Torjäger Mario Gomez dürfte sich angesprochen fühlen.

Der Trainingsplan in dieser Woche war daher simpel. „Wir haben Torschüsse aus allen Situationen geübt, aus Spielsituationen heraus, auch aus Flanken“, sagte Heynckes. Bis zu zwei Stunden ließ der Altmeister sein Team schießen, um Hektik und Angst durch wiedergewonnene Selbstsicherheit zu ersetzen. „Die Stürmer müssen an sich glauben, aggressiv sein, giftig“, forderte Heynckes. Torchancen in Serie wie zuletzt beim 0:2 in Leverkusen helfen nicht: „Es ist eine Sache des Engagements und der Konzentration“, dass der Ball auch mal reingeht. Und des Selbstvertrauens, wie Präsident Uli Hoeneß glaubt. „Wir müssen mit Selbstvertrauen rangehen und Dinger bloß rein machen“, sagte er am Rande der Biathlon-WM in Ruhpolding.

„Wer soll diese Bayern noch stoppen?“, hieß es in der Hinrunde nach der beeindruckenden Zu-Null-Serie und fünf Punkten Vorsprung auf die Verfolger. Die Antwort gab nicht zuletzt Nationalspieler Marko Reus. „Dortmund ist attraktiver, ich sehe dort die beste fußballerische Perspektive“, begründete der Gladbacher seine Absage an die Bayern. Grund genug, sich den Meister endlich als Vorbild zu nehmen.

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