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Bundeswehrsoldaten in Schützenpanzer "Marder" bei Einsatz in Afghanistan

© über dts Nachrichtenagentur

28.09.2014

Von der Leyen Ausrüstungsprobleme noch jahrelang

„Probleme im Grundbetrieb sind jahrelang beiseitegeschoben worden.“

Berlin – Für die großen Probleme der Bundeswehr bei der Ausrüstung gibt es nach den Worten von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) keine schnelle Lösung. Im Interview mit „Bild am Sonntag“ machte die Ministerin zugleich deutlich, dass die Truppe mittelfristig mehr Geld braucht.

„Probleme im Grundbetrieb sind jahrelang beiseitegeschoben worden, weil wir uns auf die großen Auslandseinsätze konzentriert haben. Dieses Problem gehen wir an. Was über Jahre entstanden ist, lässt sich nicht auf einen Schlag lösen und wird mich sicher auf Jahre beschäftigen“, so von der Leyen.

Weil die Mittel auf die Einsätze konzentriert worden seien, habe man die Materialwartung in Deutschland heruntergefahren. Von der Leyen: „Zum Beispiel ist die Produktion von Ersatzteilen seit Jahren gedrosselt. Wartung und Inspektion verlaufen schleppend. Das führt dazu, dass auch modernes Material wie Tiger und Boxer teilweise in der Warteschleife stecken und nicht einsatzfähig sind.“

Die Verteidigungsministerin kündigte an: „Wir müssen in drei Bereichen sehr viel besser werden. Erstens: Wir müssen Inspektionspersonal, Prüfgerät und die Produktion von Ersatzteilen höherfahren. Zweitens: Die Industrie muss zuverlässiger liefern, aber auch wir als Auftraggeber dürfen nicht für Verzögerungen sorgen. Drittens haben wir zu lange Warteschleifen bei Wartung und Instandhaltung.“

Zurzeit komme sehr viel Material aus Afghanistan zurück, das eine Art TÜV durchlaufen müsse, bevor es wieder für neue Aufgaben eingesetzt werden könne. „Das dauert zu lange“, so die Ministerin.

Das Beheben der Materialprobleme wird in den nächsten Jahren eine Erhöhung des Wehretats erfordern. Von der Leyen: „Der Ausbau der Materiallager, schnellere Instandsetzung und die Beschaffung von besserem Material werden mittelfristig mehr Geld kosten. Das wird sich absehbar auch im Etat niederschlagen.“

Die Verteidigungsministerin hatte am Freitag den Generalinspekteur und die Inspekteure der Teilstreitkräfte ins Ministerium einbestellt: „Ich habe alle direkt nach meiner Rückkehr aus dem Irak ausführlich gesprochen, was die Bundeswehr aktuell leisten kann und wo Probleme liegen.“ Die Inspekteure werden ab jetzt regelmäßig über die Einsatzfähigkeit des Materials berichten: „Wir haben weitere Schritte verabredet und vereinbart, dass sie mir noch im Oktober erneut direkt berichten.“

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