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Havarie: Von 29 Passagieren fehlt weiterhin jede Spur

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17.01.2012

Unfälle Havarie: Von 29 Passagieren fehlt weiterhin jede Spur

Schifffahrtsexperten bezweifeln Sicherheit auf großen Kreuzfahrtschiffen.

Berlin – Vier Tage nach der Havarie eines Kreuzfahrtschiffes vor der toskanischen Küste gibt es von 29 Passagieren weiterhin kein Lebenszeichen. Nach Angaben der italienischen Küstenwache haben sich 25 Passagiere sowie vier Besatzungsmitglieder nach dem Unglück nicht gemeldet. Am Montag musste die Zahl der Vermissten von 16 auf 29 korrigiert werden. Nach Angaben der hiesigen Polizei wurden bis zum Dienstag zwölf Deutsche vermisst.

Das Auswärtige Amt in Berlin ging bis zum Montag von einer “kleinen zweistelligen Zahl” vermisster Deutscher aus. An diesen Angaben habe sich nichts geändert, sagte eine Sprecherin der Behörde am Dienstag auf dapd-Anfrage. Die “Costa Concordia” war Freitagnacht vor der toskanischen Küste auf einen Felsen gelaufen und gekentert. An Bord waren etwa 4.200 Menschen, darunter 566 Deutsche. Die Zahl der bei der Havarie Getöteten erhöhte sich am Montag auf sechs.

Taucher der italienischen Marine haben am Dienstag vier Löcher in die Außenwand des havarierten Kreuzfahrtschiffs gesprengt. Marinesprecher Alessandro Busonero sagte dem Fernsehsender Sky TV 24, die Öffnungen ermöglichten es den Tauchern, für die Suche nach Vermissten leichter ins Wrack zu gelangen. Die Löcher wurden sowohl über als auch unter Wasser gesprengt. Fernsehbilder zeigten, dass sie einen Durchmesser von weniger als zwei Metern hatten. Busonero sprach von einem Rennen gegen die Zeit.

Schifffahrtsexperten bezweifelten indes, dass auf Kreuzfahrtschiffen ab einer bestimmten Größe, die Sicherheit der Passagiere gewährleistet ist. Bei zu vielen Passagieren könne die Sicherheit in einem Notfall nicht mehr garantiert werden, sagte der nautische Sachverständige und Kapitän Franz Lippold im RBB-Inforadio. Zwar werde bei der Planung solcher Kreuzfahrtschiffe mit mehreren Tausend Passagieren simuliert, ob eine Evakuierung durchgeführt werden kann, “aber das sind natürlich Szenarien, die der Realität oft nicht mehr entsprechen”, sagte Lippold.

Das niederländische Bergungsunternehmen Smit kündigte weitere Bemühungen an, um eine Umweltkatastrophe zu verhindern. Noch immer sollen sich 2.400 Tonnen Treibstoff an Bord des Schiffes befinden.

Unterdessen bezifferte der US-Mutterkonzern Carnival den Gesamtschaden für das Unternehmen mit mehr als 100 Millionen Dollar (79 Millionen Euro), den größten Teil davon machten Umsatzeinbußen aus, wie das Unternehmen in Miami mitteilte.

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