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Volleyballer und Wasserballer als letzte heiße Eisen im Feuer

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27.01.2012

Situation Volleyballer und Wasserballer als letzte heiße Eisen im Feuer

Ballsportler nur noch mit noch drei Chancen auf Olympiaticket.

Berlin – Die Uhr tickt. Wenn exakt in einem halben Jahr die Olympischen Spiele in London (27. Juli bis 12. August) eröffnet werden, droht die kleinste deutsche Mannschaft seit der Wiedervereinigung ins neue Londoner Olympiastadion einzulaufen. Schuld daran ist die Schwäche in den Mannschaftssportarten. Basketballer? Ticket verpasst. Fußballer? Nicht dabei. Und nach dem EM-Aus der Handballer ruhen die letzten Hoffnungen auf den Volleyball-Teams sowie den Wasserballern.

“Wir beobachten das natürlich nicht mit Schadenfreude, sondern eher mit Sorge bei den Sportspielen. Wir spüren jetzt keinen besonderen Druck, aber hoffen wenigstens eine Mannschaft durchzubringen”, sagt Günter Hamel, Sportdirektor im Deutschen Volleyball-Verband (DVV). Während bislang nur die beiden Hockey-Mannschaften dabei sind, geht es für die Schmetterlinge noch durch ein Labyrinth von Qualifikationen.

Die beste Chance haben wohl die Männer – zunächst beim Europa-Qualifikationsturnier vom 8. bis 13. Mai in Sofia. Wird es dort nichts mit dem Sieg und der damit verbundenen Fahrkarte nach London, geht es noch um ein Last-Minute-Ticket beim Turnier vom 8. bis 10. Juni in Berlin. “Das ist unsere größte Chance”, hofft der Sportdirektor auf den Heimvorteil.

Die Volleyballerinnen wiederum, die es laut Hamel “ungleich schwerer haben”, streben einen Erfolg beim Qualifikationsturnier in Istanbul (1. bis 6. Mai) an. Beim Weltturnier zwei Wochen später in Japan qualifizieren sich die ersten Drei für London. Allerdings kann Vizeeuropameister Deutschland nur dann dort teilnehmen, wenn es zu den zwei in der Weltrangliste bestplatzierten europäischen Teams ohne Olympia-Ticket gehört. Konkret bedeutet dies: Russland oder Serbien müssten zuvor das Turnier in der Türkei gewinnen.

Als erstes der letzten heißen Eisen im Feuer wollen die Wasserballer den Sprung nach London noch schaffen. Dafür muss sich die Mannschaft von Hagen Stamm beim Turnier im kanadischen Edmonton (1. bis 8. April) mindestens Platz vier von zwölf Teams erkämpfen.

Angesichts der vielen verpassten Olympiateilnahmen bei den Ballsportlern dürfte die vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) kalkulierte Zahl von “400 plus X” kaum überschritten werden. In Sydney 2000 waren damals 428 deutsche Sportler am Start – die bislang kleinste Auswahl. “Derzeit sieht es so aus, als würde die deutsche Olympiamannschaft rund 400 Teilnehmer umfassen”, sagt DOSB-Sportdirektor Bernhard Schwank der dapd: “Auf die Wasserballer hoffen wir auf jeden Fall. Bei den Volleyballern sind wir zuversichtlich, dass es eine der beiden Mannschaften schafft.” Peking 2008 mit acht deutschen Ballsportteams sei ein “Ausrutscher nach oben” gewesen.

Die Kopfzahl von 440 Athleten, die noch in Peking für die Bundesrepublik angetreten war, wird der DOSB jedenfalls nicht erreichen. “Aber wir werden in der Qualität trotzdem stark sein”, sagt Schwank. Ziel sei es, den Platz in der Weltspitze zu verteidigen. 2008 in Peking war das deutsche Team im Medaillenspiegel auf Rang fünf vorgerückt. Insgesamt gab es für Deutschland 41 Medaillen.

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